Deutsche überfahren: Drei Jahre und sieben Monate Haft für Polizist

Zu dem Unfall war es im März 2012 gekommen - die beiden Beamten waren betrunken in ihrem Dienstfahrzeug unterwegs gewesen und hatten Fahrerflucht begangen

02.03.2014 | 15:07
Deutsche überfahren: Drei Jahre und sieben Monate Haft für Polizist
Deutsche überfahren: Drei Jahre und sieben Monate Haft für Polizist

Das balearische Oberlandesgericht hat zwei Polizisten, die im März 2012 eine deutsche Radfahrerin auf Mallorca totgefahren hatten, zu Haftstrafen von drei Jahren und sieben Monaten beziehungsweise zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Richter sehen es in dem am Montag (24.2.) veröffentlichten Urteil als erwiesen an, dass die beiden Beamten der Nationalpolizei den Tod der Deutschen verursacht haben, als sie mit ihrem Dienstfahrzeug mit überhöhter Geschwindigkeit und in betrunkenem Zustand auf einer Landstraße in der Gemeinde Llucmajor unterwegs waren.

Der Polizist, der am Steuer saß, muss nun laut Urteil wegen fahrlässiger Tötung und Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung für drei Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Hinzu kommen drei Monate Haft wegen unterlassener Hilfeleistung. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren beantragt.

Der Beamte auf dem Beifahrersitz, damals Leiter der Einheit zur Bekämpfung internationaler Kriminalität, wird mit einer Gefängnisstrafe von neun Monaten bestraft, die einer Geldstrafe von 1.620 Euro entspricht. Der Polizist hatte ausgesagt, während des Unfalls geschlafen zu haben, was auch von einem Zeugen bestätigt wurde. Deswegen kann der Beifahrer laut dem Urteil nicht wegen unterlassener Hilfeleistung zur Verantwortung gezogen werden. Über das Schmerzensgeld war bereits in einem Zivilrechtsverfahren entschieden worden.

Zu dem Unfall war es auf der Landstraße zum Cap Blanc gekommen. Bei dem Opfer handelte es sich um eine 64-jährige Mallorca-Urlauberin. Die Frau war mit ihrem Mann und weiteren deutschen Fahrradfahrern zwischen den Urbanisationen Sa Torre und Maioris unterwegs, als sie von dem überholenden Auto erfasst wurde. Durch den Aufprall wurde sie gegen einen Baum geschleudert und erlag noch am Unfallort – vor den Augen ihres Ehemannes – ihren schweren Kopfverletzungen. Der Fahrer des Wagens hielt kurz an, setzte aber seine Fahrt fort, bevor die Guardia Civil eintraf. Augenzeugen hatten sich allerdings das Kennzeichen gemerkt, so dass der Mann schnell ausfindig gemacht werden konnte.

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