Heimliches Video von Infantin Cristina: Anwalt vernommen

Der Beschuldigte soll trotz Verbots bei der Vorladung der Königstochter in Palma gefilmt haben

26.02.2014 | 17:19

Ein Anwalt, der heimlich die Vorladung von Königstochter Cristina de Borbón am 8. Februar auf Mallorca gefilmt haben soll, ist nach seiner Vernehmung durch Untersuchungsrichter Manuel Penalva am Mittwoch (26.2.) unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Verantworten muss sich José Francisco Carvajal wegen Geheimnisverrats und zivilen Ungehorsams. Der Anwalt stritt die Vorwürfe ab.

Bei der Vernehmung der Infantin waren rund 30 Anwälte anwesend gewesen. Untersuchungsrichter José Castro hatte Filmaufnahmen vor der Vorladung ausdrücklich untersagt. Nachdem ein Foto aus dem Vernehmungssaal aufgetaucht war, hatte die Polizei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Allerdings sind auch so praktisch alle Details der Vorladung bekannt geworden: Das den Medien zugespielte Vernehmungsprotokoll wurde in den spanischen Zeitungen ausführlich zitiert oder ganz veröffentlicht.

Zusammen mit einem Geschäftspartner hatte Cristinas Mann Iñaki Urdangarin für die Organisation mehrerer obskurer Tagungen und Marketingmaßnahmen zwischen 2004 und 2007 rund 6 Millionen Euro von den öffentlichen Verwaltungen auf den Balearen und in der Region Valencia eingenommen. Verrechnet wurden sie über eine gemeinnützige Stiftung namens Nóos. Ein Teil dieses Geldes floss dann in die auf seine Frau und ihn eingetragene Gesellschaft Aizoon und wurde für private Ausgaben genutzt. Cristina zahlte damit unter anderem Kindergeburtstage. Bei den Vorwürfen gegen die Infantin geht es im Kern darum, ob sie als Mitgesellschafterin von den dubiosen Geschäftspraktiken ihrers ebenfalls beschuldigten Gatten wusste und dafür haftbar gemacht werden kann.

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