Defekte Müllschlucker in Palma sind jetzt ´Beweisstücke´

Die sichtbaren Überbleibsel des unterirdischen Müllsystems werden noch mindestens ein Jahr lang stehen bleiben

12.05.2014 | 10:31
Bleiben noch ein weiteres Jahr rätselhaftes Fotomotiv für Touristen: Palmas defekte Müllschlucker
Bleiben noch ein weiteres Jahr rätselhaftes Fotomotiv für Touristen: Palmas defekte Müllschlucker

Die Müllschlucker des funktionsuntüchtigen unterirdischen Entsorgungssystems in der Altstadt von Palma de Mallorca werden mindestens ein weiteres Jahr zum Stadtbild gehören. So sollen die Anlagen, die vielerorts mit Plastiktüten zugeklebt sind, als Beweismittel in einem erwarteten Gerichtsprozess verwendet werden.

Die Stadtwerke Emaya haben angekündigt, Klage gegen das Unternehmen Envac Iberia einzureichen, welches das Müllsystem von 1998 bis 2002 installiert hat. Emaya zufolge wurde dabei ungeeignetes Material verwendet, was von Anfang an zu Problemen im unterirdischen Rohrsystem geführt und dieses im Mai 2012 endgültig lahmgelegt habe.

Die Rohre durchziehen die Altstadt von Palma de Mallorca auf 13 Kilometen Länge. Das ursprünglich mit 18 Millionen Euro Installationskosten veranschlagte System kostete den Steuerzahler am Ende 27 Millionen Euro, von denen die EU 12 Millionen Euro übernahm. Bei der Fertigstellung wurde dem System eine Lebensdauer von mindestens 30 Jahren attestiert – knapp zehn Jahre später waren die unterirdischen Rohre so kaputt, dass sich eine Reparatur Emaya zufolge nicht mehr lohnte.

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