Sprachstreit: Lehrer auf Mallorca drohen wieder mit Streik

Bei einer Demonstration am Donnertstag (22.5.) wiesen rund 3.000 Lehrer auf den weiterhin ungelösten Konflikt um das Drei-Sprachen-Modell TIL hin

23.05.2014 | 11:15
Rund 3.000 Lehrer protestierten erneut gegen die Bildungspolitik der Landesregierung.
Rund 3.000 Lehrer protestierten erneut gegen die Bildungspolitik der Landesregierung.

Das Schuljahr neigt sich schon wieder dem Ende zu, doch der Konflikt um die Einführung des Drei-Sprachen-Modells TIL ist weiter ungelöst. Darauf machten rund 3.000 Lehrer am Donnerstag (22.5.) bei einer erneuten Demonstration in Palma aufmerksam. Zugleich entschlossen sich rund hundert Lehrer an etwa einem Dutzend Schulen spontan zum Streik, um damit ihrem Kollegen Jaume Sastre zu unterstützen, der sich seit 8. Mai im Hungerstreik befindet, um die PP-geführte Landesregierung zur Wiederaufnahme der Verhandlungen im Sprachenstreit zu drängen.

Guillem Barceló, der Sprecher der Lehrervollversammlung Asamblea de Docents, wies indes darauf hin, dass der Streikaufruf nach wie vor bestehe und die Lehrer deshalb jederzeit wieder die Arbeit niederlegen könnten. Der Streik sei weiterhin Kampfmittel Nummer eins, mit dem die Lehrerschaft das balearische Bildungsministerium in die Bredouille bringen könnten. Zudem riefen die Lehrer der "grünen Flut" dazu auf, am Sonntag (25.5.) bei den Europawahlen "grün" zu wählen, das heißt, für die linksnationalistischen Parteien und nicht für die konservative Volkspartei PP zu stimmen.

Die Idee, das Schuljahr wegen des mehr als dreiwöchigen Streiks zu Schuljahresbeginn um einige Wochen zu verlängern, ist mittlerweile vom Tisch. Mit dem Arbeitskampf im Herbst, in dessen Zuge auch eine Großdemonstration mit über 100.000 Teilnehmern in Palma gegen die aktuelle Bildungspolitik der Landesregierung stattfand, erreichte der Protest gegen das dreisprachige Unterrichtsmodell TIL seinen vorläufigen Höhepunkt. Das Modell sieht vor, dass in den Klassenzimmern der Insel nicht mehr Katalanisch dominieren, sondern zu gleichen Teilen auf Spanisch, Katalanisch und Englisch unterrichtet werden soll. In den wenigsten Schulen wird es bisher allerdings in dieser geplanten Form angewandt.

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