Gesundheitsminister besorgte seiner Freundin einen Job

Martí Sansaloni (PP) machte seine Lebensgefährtin 2012 zur Hebamme im Krankenhaus Son Llatzér, ohne dass diese das normale Bewerbungsverfahren durchlaufen musste

09.06.2014 | 10:41
Gesundheitsminister Martí Sansaloni: Sorgt sich um die berufliche Zukunft seiner Lebensgefährtin.
Gesundheitsminister Martí Sansaloni: Sorgt sich um die berufliche Zukunft seiner Lebensgefährtin.

Schon wieder hat ein Politiker auf Mallorca sein Amt ausgenutzt, um sich – beziehungsweise seiner Lebensgefährtin – einen Vorteil zu verschaffen. Es handelt sich um den balearischen Gesundheitsminister Martí Sansaloni (Volkspartei, PP), dessen Freundin nach einem Bericht der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" "per Fingerzeig", also ohne dass sie das übliche Bewerbungsverfahren durchlaufen musste, als Hebamme im Krankenhaus Son Llátzer in Palma angestellt wurde.

Normalerweise werden die Stellen über einen klinikinterne Jobbörse vergeben, im Falle von Son Llatzér ist diese aber seit 2009 geschlossen, so dass de facto auch kein Personal zur Verfügung steht. Statt des in so einem Fall vorgeschriebenen Prozederes – etwa eine Ausschreibung im balearischen Amtsblatt oder eine Bewerbersuche über das Arbeitsamt Soib – wurden insgesamt 60 Hebammen und 181 Krankenschwestern und Pfleger zwischen 2012 und Anfang 2014 einfach so ernannt, ohne ein Auswahlverfahren zu passieren.

Auch Sansalonis Freundin bekam immer wieder einen Vertrag, der seit Dezember 2013 monatlich verlängert wurde. Mittlerweile fünf Jahrgänge, die eine Ausbildung zur Hebamme oder Krankenschwester abgeschlossen haben, hatten hingegen niemals die Chance, sich überhaupt in der Stellenbörse des Krankenhauses zu registrieren.

Der Geschäftsführer des Krankenhauses rechtfertigte die Vorgehensweise indes als "absolut legal". Weil auch in den Stellenbörsen anderer Inselkrankenhäuser keine Hebammen zur Verfügung standen, musste man während der Sommersaison und in Krankheitsfällen das benötigte Personal aus einer Auswahl an Lebensläufen rekrutieren. Dabei handle es sich um eine Ausnahme, die aber nötig gewesen sei, um die medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten, die schließlich Priorität habe.

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