Korruptionsskandal um Landeskrankenhaus: Schmu auch bei Standortwahl?

Weitere ehemalige Politiker haben Ex-Premier Jaume Matas belastet

22.08.2014 | 10:06
Ex-Premier Matas mit Ex-Gesundheitsministerin Castillo (Mi.) und Estarás (li.).
Ex-Premier Matas mit Ex-Gesundheitsministerin Castillo (Mi.) und Estarás (li.).

Der Skandal um mutmaßliche Korruption beim Bau des Landeskrankenhauses Son Espases auf Mallorca weitet sich aus. Nachdem bereits ehemalige Politiker der konservativen Volkspartei (PP) gegenüber der Staatsanwaltschaft ausgesagt hatten, dass der frühere Balearen-Premier Jaume Matas das Vergabeverfahren manipuliert habe, steht nun auch das Verfahren zur Auswahl des Grundstücks unter Verdacht. Matas habe Ende 2003 Anordnung gegeben, das Grundstück von Son Espases Vell im Norden von Palma de Mallorca auszuwählen, so der frühere Baudezernent von Palma, Javier Rodrigo de Santos, der zwischenzeitlich wegen anderer Delikte in Haft saß.

Die Aussage ist auch insofern pikant, als der Ex-Premier, der bereits wegen Korruption im Gefängnis sitzt, offenbar im April 2002 gegenüber einer Gruppe von Freunden den favorisierten Standort für das Krankenhaus verraten und so Grundstücksspekulation Tür und Tor geöffnet hatte. Theoretisch standen noch drei weitere Grundstücke zur Auswahl. Letztendlich zahlte die Stadtverwaltung bei der Enteignung 27 Euro pro Quadratmeter, während in anderen, vergleichbaren Fällen 6 Euro gezahlt wurden.

Das Landeskrankenhaus ist mit einem Budget von 635 Millionen Euro das größte Bauprojekt der jüngeren Geschichte auf den Balearen. Die Wahl des Standorts in unmittelbarer Nähe des historischen Klosters La Real sorgte für jahrelange Debatten und stellte das Mitte-Links-Bündnis, das den Bau in der Legislaturperiode 2007-2011 schließlich ausführte, vor eine Zerreißprobe. Der Kompromiss bestand in Nachbesserungen, um den Komplex besser in die Landschaft zu integrieren. Zusätzlich verzögerten archäologische Funde den Bau, der das zu klein gewordene Klinikum Son Dureta ersetzte. Eröffnet wurde Son Espases Ende 2010. Die Mehrkosten sollten sich auf 280 Millionen Euro belaufen.

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