Russischer Tourismus bricht um 30 Prozent ein

Schuld sind der wegen der Ukrainekrise sinkende Rubelkurs und der Konkurs von sieben Reiseveranstaltern

27.08.2014 | 10:03

Die Zahl der russischen Urlauber ist auf Mallorca in dieser Saison um rund 30 Prozent zurückgegangen. Die Ursache für den Einbruch liegt in der Ukraine-Krise: In Folge des Konflikts ist der Rubelkurs eingebrochen, die Kaufkraft ist Experten zufolge um 17 Prozent zurückgegangen. In Verbindung mit steigenden Hotelpreisen auf der Insel ist der Mallorca-Urlaub für Reisende aus Russland deshalb weniger attraktiv.

Aufgrund der europäischen Sanktionen hat die russische Regierung außerdem eine Kampagne gestartet, um ihren Bürgern den Urlaub im eigenen Land schmackhaft zu machen – offenbar mit einigem Erfolg.

Zudem war es in den vergangenen Monaten innerhalb Russlands zu einem Preiskampf unter Reiseveranstaltern gekommen, bei dem einige Unternehmen auf der Strecke blieben: Sieben Agenturen haben in der laufenden Hochsaison Konkurs angemeldet, über 60.000 Urlauber waren von den Bankrotten betroffen.

Der auf Mallorca ansässige und auf russischen Tourismus spezialisierte Reiseveranstalter NT Incoming bezifferte den Buchungsrückgang gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" auf 28 bis 30 Prozent, relativiert die Zahlen aber gleichzeitig: "Wir sind nun wieder auf dem Niveau von 2012, das für den russischen Tourismus auf Mallorca ein gutes Jahr war", so ein Sprecher.

Da sich im vergangenen Jahr nur 8,6 Prozent der russischen Spanien-Urlauber für die Balearen entschieden, sind die Auswirkungen auf der Insel zwar zu spüren, aber nicht dramatisch. Anders sieht die Lage in Katalonien aus: 62 Prozent der Spanien-Urlauber aus Russland hatten ihre Ferien 2013 in der Nachbarregion verbracht, dementsprechend hart trifft die dortigen Hotels der Buchungsrückgang aus dem Osten.

Auch im Herbst dürfte sich der Negativ-Trend fortsetzen: Laut der spanischen Flughafenverwaltung Aena geht die Zahl der Verbindungen zwischen Russland und Spanien im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11 Prozent zurück, im Oktober gar um 14 Prozent.

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