Feucht-fröhliches Jugendparadies in Magaluf

Kommendes Jahr will die Cursach Gruppe erstmals ins Hotelgeschäft einsteigen. Das BH Mallorca mit Wasserpark, Beachclub und DJ-Sessions soll vor allem junges Publikum anlocken, sagt die für das Projekt verantwortliche britische Managerin

25.11.2014 | 15:01
Abends die Beats der DJs (li.), tagsüber Adrenalin-Kick auf Megarutschen (M.) oder Chillen „wie die Millionäre" (re.): Das BH Mallorca ist ganz auf die Jugend abgestimmt.
Abends die Beats der DJs (li.), tagsüber Adrenalin-Kick auf Megarutschen (M.) oder Chillen „wie die Millionäre" (re.): Das BH Mallorca ist ganz auf die Jugend abgestimmt.

Wenn die Fans in zwei Wochen beim großen Abschlusskonzert von Mallorca Rocks (s. S. 28) noch feiern, stehen die Bauarbeiter sozusagen schon füßescharrend an den Hinterausgängen: Schließlich soll bereits am 29. April kommenden Jahres an gleicher Stelle das „BH Mallorca" seine Pforten öffnen.

Verantwortlich für das erste Hotelprojekt der Cursach Gruppe ist die Britin Katy Sayburn, die stolz eine Präsentation über das „erste ganz auf jugendliches Publikum ausgerichtete" Hotel der Insel vorführt. Aus den beiden Hotelanlagen, die noch bis September Mallorca Rocks 1 und 2 heißen, soll ein einziger riesiger Komplex werden. Das Bindeglied zwischen den Apartmentblocks mit ihren 656 Zimmern wird die Hauptattraktion: Ein Wasserpark für über 18-Jährige, der auch für externe Besucher offen stehen soll. Der Park bietet nicht nur den ersten 360-Grad-Loop Europas, sondern auch zahlreiche andere Rutschen, die schrille Schreie versprechen.

Doch sind dem Alkohol nicht abgeneigte Jung-Briten und schwindel­erregende Höhen, die es zu den Rutschbahnen zu erklimmen gilt, eine sinnvolle Kombination? „Eine gute Frage", lächelt die 42-jährige Sayburn und schiebt mit einem charmanten Lächeln hinterher, dass ihr Arbeitgeber glücklicherweise über langjährige Erfahrung in Sachen Wasserparks verfüge: „Wir wissen ganz genau, wie wir die Leute in diesem Fall kontrollieren."

Tatsächlich beherrscht Cursach das feucht-fröhliche Spaßbusiness auf der Insel aus den Effeff – und zwar im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinne. Seit 40 Jahren mischt Unternehmensgründer Bartolomé Cursach im Nachtleben der Insel mit, neben Discos wie ­MegaPark, Riu Palace, Tito´s und Pacha gehören seiner Gruppe auch Restaurants, ein Fitnessstudio, früher mal der Western Park – und bald eben auch ein Hotel.

Beziehungsweise gleich mehrere: Neben den Mallorca Rocks-Häusern übernimmt die Cursach Gruppe auch das bisherige Fiesta Sahara und das Fiesta Magamar, die dann in der Wintersaison 2015/16 renoviert werden sollen. Alle vier gehören dem Ibiza-Magnaten Abel Matutes und seinem Unternehmen Palladium, das die Häuser in Magaluf an den niederländischen Immobilienfonds Evertaas vermietet hat – und der wiederum hat den Betrieb der Hotels an Cursach unterverpachtet.

Und zwar für die nächsten 25 Jahre – schließlich soll sich die Investition von über 10 Millionen Euro irgendwann auch auszahlen. Neben dem Bau des Wasserparks werden auch die Zimmer überholt: Aus Drei-Sterne-Apartments mit Pressspan-Charme will Sayburn mit ihrem Team „helle und freundliche Vier-Sterne-Suiten" machen. Um nicht an der angestrebten Zielgruppe vorbei zu planen, habe man Umfragen zu den Bedürfnissen der jungen Urlauber durchgeführt. Die – nicht eben überraschenden – Ergebnisse: „Die Kunden wollen schnelles W-Lan auf dem ganzen Gelände und Klimaanlage in den Zimmern."

Dass man damit allein noch keine Massen anlockt, ist den Verantwortlichen klar: „Wir wollen, dass die Leute wegen der einmaligen Erfahrung wiederkommen", so Sayburn. Dazu gehört neben dem Wasserpark eine thematische Aufteilung der Anlage: Der bereits bestehende Pool in der Mitte des nördlicheren Komplexes verwandelt sich in einen Beachclub, auf dessen schwimmenden Poolbetten sich die jugendlichen Besucher – die Zielgruppe liegt bei 18 bis 30 Jahren – „wie Millionäre fühlen können". Im benachbarten Innenhof sollen indes jeden Dienstag-
und Donnerstagabend namhafte DJs auflegen, die Kontakte der ebenfalls Cursach gehörenden Megadisco BCM machen´s möglich. Ursprünglich sollte auch das Hotel den berühmten Namen tragen, doch diese Idee konnte sich nicht durchsetzen: „BCM ist eine starke Marke, wird aber sehr mit Musik und Nachtleben assoziiert. Im Hotel hingegen sollen Freizeit und Spaß am Tag im Mittelpunkt stehen", erklärt Sayburn.

Vielleicht hat man den Namen aber auch mit Blick auf die Eltern verworfen. „Magaluf und BCM sind dafür bekannt, dass viele junge Leute hier die ersten Ferien ohne ihre Eltern verbringen – die ihnen die Reise freilich bezahlen." Hinter der Fokussierung auf ein jugendliches Publikum stecke auch eine langfristige Strategie: „Wir bieten ihnen die Möglichkeit, sich in die Insel zu verlieben – und wenn wir das richtig anstellen, kommen sie auch in den folgenden 50 bis 60 Jahren wieder."

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