Gericht ordnet Abriss von Villa in Formentor an

Das Anwesen des ehemaligen Repsol-Präsidenten fügt sich laut Urteil nicht in die Landschaft der Halbinsel ein

12.12.2014 | 10:38
Alte Aufnahme der Villa in Formentor, deren Abriss die Gemeinde Pollença nun wohl bezahlen muss
Alte Aufnahme der Villa in Formentor, deren Abriss die Gemeinde Pollença nun wohl bezahlen muss

Die Halbinsel Formentor im Norden von Mallorca gehört zu den weitgehend unberührten Küstenabschnitten der Insel – und diesem Landschaftsbild müssen auch Neubauten Rechnung tragen. Mit dieser Argumentation hat das Oberlandesgericht der Balearen nun den Abriss eines Anwesens verfügt, das der spanische Unternehmer Alfonso Cortina 2005 am Ufer von Formentor errichten hatte lassen. Bezahlen muss den Abriss die Gemeindeverwaltung von Pollença, die die Baugenehmigung erteilt hatte.

Laut dem Urteil verstößt der Bau der acht Meter hohen Villa unter anderem wegen seiner riesigen Ausmaße gegen geltendes Recht. Die Gemeinde Pollença muss sie nicht nur abreißen, sondern das Grundstück wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Dazu gehört unter anderem die Wiederaufforstung des 6.000 Quadratmeter großen Geländes. Ein Einspruch gegen das Urteil ist nicht möglich, allerdings hat die Gemeinde die Möglichkeit, die vom Gericht beanstandete Lizenz zumindest teilweise nachzubessern.

Villenbesitzer Cortina, Ex-Präsident des Erdölkonzerns Repsol, hatte im November 2004 über seine im schweizerischen Genf ansässige Sardasca Immobilien AG beim zuständigen Rathaus von Pollença eine Baulizenz für das Anwesen beantragt. Gegen diese hatte der Bauträger zwar immer wieder verstoßen, doch dies ließ die zuständige Richterin in ihrem Urteil außer Acht.

Dass der Fall überhaupt vor Gericht landete, liegt an der Klage einer Privatperson: Der bekannte spanische Glückspiel-Unternehmer José Antonio Martínez besitzt das Nachbargrundstück neben Cortina und war schon seit Beginn der Bauarbeiten rechtlich gegen diese vorgegangen.

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