Korruptionsskandal an der Playa: Ermittlungen rund um den "Bierkönig"

Bekannter Unternehmer festgenommen. In dem Fall geht es um die mutmaßliche Bestechung von Polizisten, die Bar- und Diskothekenbetreiber vor Kontrollen gewarnt haben sollen

27.02.2015 | 12:48
Polizeiwagen vor einem Hotel, das am Mittwoch (25.2.) durchsucht wurde.

In Zusammenhang mit dem Bestechungsskandal an der Playa de Palma, in den zahlreiche, darunter auch hochrangige Beamte der Ortspolizei von Palma de Mallorca vewickelt sein sollen, ist am Dienstagabend (24.2.) ein namhafter, an der Playa de Palma ansässiger Unternehmer festgenommen worden. M.P. B. gilt als einer der Big Player in der Urlauberhochburg und wird mit mehreren Hotels sowie dem "Bierkönig" in Verbindung gebracht.

Die Ermittlungen rund um den Bestechungsskandal an der Playa laufen seit Wochen. Polizisten sollen dort ansässige Bar- und Diskothekenbetreiber unter anderem vor Kontrollen gewarnt und dafür Gegenleistungen kassiert haben. Im Laufe des Mittwochs fanden mehrere Hausdurchsuchungen statt, unter anderem im Hotel Pabisa Bali, einen Block von der „Bierstraße" entfernt.

Sowohl die nun erfolgte Festnahme als auch die Aufdeckung des mutmaßlichen Polizeiskandals gehen auf die Ermittlungen im Rahmen der Operation „Casablanca" zurück, bei der im Juli 2013 mehr als 20 Personen aus dem Umfeld der Hells Angels, darunter Rockerboss Frank Hanebuth, auf Mallorca festgenommen wurden. Bereits damals waren die Ermittler zu dem Schluss gekommen, dass mehrere Polizisten mit den Hells Angels gemeinsame Sache gemacht hatten.

Bei der Auswertung von Beweismaterial und Telefonmitschnitten kamen die Ermittler schließlich einer Gruppe von Beamten, unter anderem der Präventionseinheit GAP, auf die Schliche. Für ihre Gefälligkeiten zur Verdeckung von illegalen Vorgängen sollen sie von den Playa-Unternehmern mit Geld, aber auch mit Freigetränken oder sexuellen Dienstleistungen entlohnt worden sein. In den vergangenen Wochen sind mehrere Beamte vorläufig festgenommen und zig ihrer Kollegen als Zeugen vernommen worden. Auch Palmas Polizeichef Joan Mut und ein Stadtrat mussten als Beschuldigte aussagen.

Die Anklage der 55 Mitglieder und Sympathisanten der Rocker, die Ermittlungsrichter Velasco in seinem Anfang Februar vorgelegten Abschlussbericht fordert, lässt indes weiter auf sich warten. Während der Prozess laut Generalstaatsanwaltschaft auf jeden Fall in Madrid stattfinden muss, ist Hanebuths Anwalt Gonzalo Boye der Meinung, dass in Palma verhandelt werden müsse.

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