Flugzeugabsturz in den Alpen: Rettungskräfte finden Blackbox

Der Germanwings-Flieger war am Dienstag (24.3.) von Barcelona nach Düsseldorf unterwegs. Laut französischer Regierung keine Überlebende

25.03.2015 | 12:58
Flugroute und Modell des Unglücksfliegers.
Flugzeugabsturz in den Alpen: Rettungskräfte finden Blackbox

Am späten Dienstagnachmittag (24.3) haben Rettungskräfte in den französischen Alpen die Blackbox der am Morgen abgestürzten Germanwings-Maschine gefunden. Von der Auswertung der darauf befindlichen Daten, mit der noch in der Nacht begonnen werden soll, versprechen sich die Veranwortlichen Aufschlüsse über die Ursache des Absturzes.

Das Flugzeug war gegen 11 Uhr auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf vom Radar der französischen Flugsicherheit verschwunden. An Bord des Airbus 320 waren 144 Fluggäste und sechs Besatzungsmitglieder. Die Mehrheit der Passagiere waren nach ersten Angaben der Handlingfirma Swissport und eines Lufthana-Sprechers Deutsche, die ihren Urlaub in Barcelona verbracht hatten. Desweiteren hieß es bei Swissport, dass auch Mallorca-Urlauber an Bord gewesen seien, die Flughafenverwaltung Aena gab jedoch an, darüber keine Informationen zu haben.

Allerdings konnte Germanwings die Identität aller Opfer auch am späten Nachmittag noch nicht bestätigen: Man suche derzeit mit Hilfe des Auswärtigen Amtes nach den Kontaktdaten der Passagiere, die nicht über ein Reisebüro gebucht hätten.

Bestätigt ist mittlerweile allerdings, dass sich unter den Opfern eine Gruppe von 16 Jugendlichen aus dem Ort Haltern am See befindet: Die Schüler des Joseph-König-Gymnasiums waren am Dienstag mit zwei Lehrerinnen auf der Heimreise von einem Schüleraustausch mit der spanische Kleinstadt Llinars del Vallès bei Barcelona.

Gesicherte Angaben über die Unglücksursache gibt es nach wie vor nicht. Nach offiziellen Angaben herrschten normale Wetterbedingungen. Deutsche Behörden haben der Nachrichtenagentur dpa zufolge bisher keine Hinweise auf einen möglichen terroristischen Anschlag als Ursache für den Absturz.

Die Maschine verlor in den letzten Minuten deutlich an Höhe und sank von zwölf bis auf zwei Kilometer ab. Vermutet wird, dass es ein Problem mit dem Kabinendruck gab oder dass die Piloten versucht haben, die Maschine zu landen.

Die Fluggesellschaft Germanwings, die auch regelmäßig Mallorca anfliegt, hatte um 13.55 Uhr den Absturz der Maschine mit der Flugnummer 4U9525 bestätigt. Germanwings kündigte eine umfassend Untersuchung des Absturzes an.

Die Unglücksmaschine war im Jahr 1991 an die Muttergesellschaft Lufthansa ausgeliefert worden. Nach MZ-Informationen war das Flugzeug zuletzt am Sonntag auf Mallorca gelandet, am Montag (23.3) war Germanwings zufolge der letzte Routinecheck an der Maschine durchgeführt worden.

Die Germanwings-Muttergesellschaft Lufthansa gab bekannt, dass auch zwei Babys an Bord des abgestürtzten Airbus 320 waren. Das Unternehmen sprach allen Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. An der Börse brachen die Kurse von Lufthansa und Airbus nach der Unglücksnachricht ein.

Der katalanische Ministerpräsident Artur Mas kündigte auf einer Pressekonferenz an, die Angehörigen der Opfer würden zu der Unglücksstelle gebracht. Das spanische Königspaar brach unterdessen einen gerade begonnen Staatsbesuch in Frankreich ab. Auf Mallorca bekundeten Parteien und Institutionen ihr Beileid und sagten Veranstaltungen ab.

Angehörigen steht die Notruf-Hotline 0800 77 66 350 zur Verfügung. /ff/lex

(Aktualisiert um 9:00 Uhr)

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