Mit der Mini-Kamera zum Führerschein - oder auch nicht

High-tech bei der theoretischen Prüfung: Ein 43-Jähriger rückte auf Mallorca mit einer kompletten Spionageausrüstung an - und wurde dennoch geschnappt

20.04.2015 | 16:27
Hat alles nichts genutzt: die vom Fahrschüler bei der Prüfung eingesetzten Geräte.

Mit Hilfe eines kleines Arsenals an Spionagegeräten hat ein Fahrschüler vergangene Woche in Palma de Mallorca versucht, ungeschoren durch die Theorieprüfung zu kommen. Allerdings verhielt er sich dabei so ungeschickt, dass die Prüfer auf ihn aufmerksam wurden.

Wie die Guardia Civil mitteilte, benutzte der 43-jährige Asiate unter anderem eine an seiner Jacke installierte Miniaturkamera, mit der er die Fragen und Bilder aufnahm und an einen Komplizen außerhalb des Prüfungsraums übermittelte. Dieser setzte sich mit dem Fahrschüler in Verbindung, indem er ein ebenfalls in der Kleidung des Schülers verstecktes Gerät pfeifen oder vibrieren ließ. Auch ein Handy und ein W-lan fähiger Kugelschreiber kamen zum Einsatz.

Die Prüfer wurden auf den Kandidaten aufmerksam, nachdem dieser den Fragebogen wiederholt verdächtig hochgehoben hatte, um ihn zu filmen. Sie warteten bis zum Ende der Prüfung ab und baten dann die anwesenden Polizisten der Guardia Civil darum, den Mann zu durchsuchen. Nachdem die Beamten die Geräte gefunden hatten, kamen sie schnell darauf, dass der Übermittler der Antworten in der Nähe sein musste. Der Drahtzieher wurde vor dem Prüfungsraum festgenommen.

Der Schüler hatte dem eigens aus Valencia eingeflogenen Landsmann 2.000 Euro bezahlt, um die theoretische Prüfung auf diese Art und Weise zu bestehen. Für das Geld hätte er freilich auch den ein oder anderen (Sprach-)Kurs belegen können. Der Drahtzieher wurde der Nationalpolizei übergeben: Er hat keine Aufenthaltsgenehmigung und soll ausgewiesen werden.

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