BH Mallorca: Bald ist hier die Hölle los

Betreiber der Diskothek BCM setzt mit neuem Hotel in Magaluf auf Beats am Pool und Speed auf der Wasserrutsche. Nur volljährig sollte man schon sein

21.05.2015 | 02:30
Die Wasserrutschen sind das Highlight des BH Mallorca.

Plötzlich klappt die Plexiglasplatte, auf der die Füße stehen, nach unten weg – und es geht im freien Fall abwärts. Bevor Adrenalin-Junkies am anderen Ende der Rutschbahn freudeschreiend wieder ausgespuckt werden, drehen sie mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h eine 360-Grad-Runde in der blauen Röhre des Aqualoop – der Hauptattraktion des neuen BH Mallorca, das am kommenden Donnerstag (30.4.) eröffnet wird. Und zwar gleich mit Komplettbelegung: Alle 656 Zimmer des Hotels sind Firmenangaben zufolge zum Eröffnungs­wochenende ausgebucht.

Die Strategie der Cursach Gruppe, die hinter dem Projekt steckt, scheint aufgegangen: Das Erlebniskonzept kommt beim überwiegend jungen Publikum – das Alter der Zielgruppe liegt zwischen 18 und 30 Jahren – gut an. Zumal viele Gäste die Anlage bereits kennen: Bis im vergangenen Sommer befanden sich auf dem Gelände die beiden Mallorca Rocks-Hotels, die sich dank regelmäßig stattfindender Konzerte bekannter britischer Chart-Stürmer großer Beliebtheit erfreuten.

Musik spielt auch im­ BH Mallorca eine wichtige Rolle – schließlich betreibt die Cursach-Gruppe auch die nahe Disco BCM. Ab dem 2. Juni heizen jeden Dienstag- und Donnerstagabend DJs und Bands den Gästen ein, für die der Eintritt zu den Konzerten bereits im Zimmerpreis enthalten ist. Auftreten werden die Künstler, darunter Skrillex, Hardwell oder Nicky Romero, im „Stage" genannten Bereich des Komplexes – dort, wo schon die Bühne des Mallorca Rocks stand. Und wo auch Kult-DJ David Guetta am 21. August erneut erwartet wird.

Auch die Mitte des nördlich gelegenen Gebäudekomplexes soll bespielt werden – wenn auch in anderem Stil. Der „Island Beach Club" genannte Bereich rund um den großen Pool wird von DJs mit Chillout-Musik berieselt, die Gäste können auf Bali-Liegen entspannen oder sich massieren lassen. Der Beach Club soll – wie die gesamte Anlage – gegen Eintritt auch für solche Gäste offen stehen, die nicht im Hotel untergebracht sind.

Die Zimmer weisen (außer dem Grundriss) nicht mehr viele ­Gemeinsamkeiten mit den Zimmern des Mallorca Rocks auf: Statt ranzigem Sperrholzmobiliar aus den 80ern dominieren jetzt schlichte, aber modern-farbenfrohe Möbel und bunte Bilder an den Wänden – und haben dem BH den Sprung von der Drei- in die Vier-Sterne-Kategorie ermöglicht.

In Sachen Ausstattung, erzählt Cristina Cursach, die durch das Hotel führt, habe man sich stark an den Kundenwünschen orientiert – die im vergangenen Sommer unter den Gästen erhoben wurden. Deshalb hat nun jedes der 656 nahezu identisch aussehenden Zimmer neben kostenlosem W-Lan eine eigene Klimaanlage. Und kein Bidet mehr im Bad: „Die Gäste haben sie ohnehin nur benutzt, um darin ihre Getränke kalt zu stellen." Dazu gibt es nun einen kleinen Kühlschrank neben dem Eingang.

In Sachen Verpflegung bietet das BH jetzt All-inclusive. Allerdings in eingeschränkter Form: Nur von 11 bis 20 Uhr können die Gäste kostenlos in den beiden Restaurants der Anlage essen und trinken. Mit dem zeitlich begrenzten Angebot soll sichergestellt werden, dass die Urlauber auch mal rauskommen und die umliegenden Restaurants und Bars des Ortes besuchen.

Das unumstrittene Highlight der für 15 Millionen Euro renovierten Anlage ist aber der Wasserpark, an dessen hinterem Ende ein Wellenbad und Jacuzzis für zusätzlichen Spaß sorgen. Dass es angesichts feucht-fröhlich gestimmter Touristen in Kombination mit bis zu 24 Meter hohen Wasserrutschen nicht zu Problemen kommt, dafür sorgen Chef-Rettungsschwimmer Alfredo und sein Team. Zwanzig Mann seien täglich über die drei Pools verteilt im Einsatz – und würden für entsprechenden Sicherheit sorgen. Der Aqualoop kann ohnehin nur mit Hilfe von außen benutzt werden: Bevor ein Mitarbeiter den Countdown herunterzählt und die Klappe per Knopfdruck öffnet, zeigt er mutigen Wasserfans, welche Haltung sie dafür einnehmen müssen.

Während das gerade so eben volljährige Publikum in den sozialen Netzwerken der Eröffnung und dem ersten Aufenthalt im Spaß-Hotel entgegenfiebert, dürfte es auch eine Gruppe von Neidern geben: Kinder und Jugendliche haben im BH Mallorca keinen Zutritt. Und müssen sich anderswo mit weniger spektakulären Rutschen begnügen.


Im E-Paper sowie in der Printausgabe vom 23. April (Nummer 781) lesen Sie außerdem:

- Ciudadanos im Porträt
- Serie Kommunalwahlen: Santa Margalida mit Can Picafort
- Schranke an der Es Trenc-Zufahrt?
- Doping auf der Trabrennbahn
- Stürze in der Cala Deià

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