Luftgewehr-Angriff auf deutsche Kicker an der Playa

Zwei Verletzte - der Vorfall ereignete sich nach Angaben des Vereinspräsidenten des SV Wesel in der Nacht auf Samstag (13.6.)

21.07.2015 | 11:15
Loch in der Schulter: Der Hobby-Fußballer wurde vermutlich mit einem Luftgewehr beschossen.

Eigentlich wollten sie auf Mallorca den Aufstieg in die Kreisliga B feiern – doch für zwei Spieler des nordrhein-westfälischen SV Wesel nahm der Insel-Ausflug ein unschönes Ende.

Laut Schilderung des Vereinspräsidenten Jürgen Lantermann waren drei der Hobbykicker in der Nacht auf Samstag (13.6.) auf eigene Faust in einer Seitenstraße von El Arenal unterwegs, als zwei der Spieler plötzlich Schmerzen verspürten: "Sie hatten keine Schüsse gehört, waren aber ganz eindeutig beschossen worden", so Lantermann gegenüber der MZ.

Ein 21-Jähriger sei in der Schulter getroffen worden, ein 19-Jähriger habe einen Streifschuss erlitten. Der dritte im Bunde blieb unverletzt. Die Männer hätten sich daraufhin in ihr Hotel geflüchtet und den Nachtportier alarmiert. Dieser habe eine Privatklinik angerufen, von wo sofort ein Arzt ins Hotel geschickt worden sei. Der Mediziner habe das Projektil aus dem Rücken des einen Opfers entfernt, die Wunden versorgt und beiden Verletzten Schmerzmitteln verabreicht.

Der Hotelportier hatte offenbar nicht den allgemeinen Notruf 112 gewählt, sondern die Polizeidienststelle an der Playa de Palma angerufen – wo um drei Uhr nachts aber niemand ans Telefon ging. Auch am nächsten Morgen habe sich die Polizei Lantermann zufolge geweigert, ins Hotel zu kommen: Die Beamten hätten vielmehr darauf bestanden, das die Opfer für eine Anzeige in der zentralen Dienststelle in Palma vorstellig werden.

"Der getroffene Spieler war aber in keiner Weise transportfähig", so Lantermann, der in Deutschland selbst als Polizeihauptkommissar tätig ist. Erst, nachdem er das deutsche Konsulat eingeschaltet habe, seien dann doch Beamte vor Ort erschienen. "Ich wollte das Projektil, meiner Einschätzung nach ein Diabolo (Geschosse für Luftdruckgewehre, Anm. d. Red.), überreichen, aber der Beamte wollte es nicht entgegennehmen", kritisiert Lantermann.

Am folgenden Sonntagmorgen seien dann erneut Polizisten vorstellig geworden, um sich von den Opfern den Tatort zeigen zu lassen. Im Anschluss habe eine kurze Vernehmung auf dem Revier in Palma stattgefunden.

Nachdem der Vereinsvorsitzende und seine Spieler am Sonntagabend (14.6.) wieder in die Heimat zurückgekehrt waren, musste der verletzte Spieler am Montag erneut beim Arzt vorstellig werden: "Es geht ihm nicht gut", so Lantermann am Telefon.

Auf Mallorca war dem Sprecher der Nationalpolizei am Montagmorgen (15.6.) noch nichts über die Vorfälle bekannt. Gut informierte Quellen vermuten, dass die drei Fußballer sich in der Nebenstraße erleichterten und dabei von einem erbosten Anwohner beschossen worden seien. Die Beamten versuchen nun, den genauen Tathergang zu ermitteln.

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