Hanebuth: "Mallorca ist nicht der richtige Platz für mich"

Hells Angels-Boss will sich nach seiner Entlassung aus der U-Haft Arbeit auf dem spanischen Festland suchen

10.08.2015 | 12:04
Frank Hanebuth kurz nach seiner Festnahme im Juli 2013.

Frank Hanebuth will definitiv nicht nach Mallorca zurückkkehren. Was seine Anwälte bereits vor eineinhalb Wochen nach seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft in Cádiz ankündigten, bestätigte der Hells Angels-Boss nun auch in einem Interview mit der "Neuen Presse" in Hannover. "Mallorca ist nicht der richtige Platz für mich", sagte er dem deutschen Blatt.

Derzeit hält sich der 50-Jährige zusammen mit seiner Lebensgefährtin in einem Hotel an der spanischen Atlantikküste auf. Dorthin soll in diesen Tagen auch sein 14-jähriger Sohn kommen, um anschließend einige Wochen gemeinsam Urlaub zu machen. Danach allerdings will sich Hanebuth, der sich weiterhin täglich auf einer spanischen Polizeidienststelle melden muss, in Spanien Arbeit suchen. Hierzu wolle er außerdem die spanische Sprache von Grund auf lernen.

In dem Interview äußerte sich Hanebuth erstmals auch zu seiner Festnahme im Juli 2013 auf einer Finca in Lloret de Vistalegre im Inselinneren. Er und seine Lebensgefährtin seien im Schlaf von den Einsatzkräften überrascht worden, die mit Helikoptern und Sturmhauben das Anwesen stürmten. Während er selbst gefesselt wurde, hätten die Beamten jedoch große Rücksicht auf seinen damals zwölfjährigen Sohn und die vier anderen anwesenden Kinder genommen. "Sie haben ihnen erzählt, das sei alles nur eine Übung."

Über die zwei Jahre in Untersuchungshaft erzählt Hanebuth, dass er in Palma und Madrid zunächst vollkommen abgeschirmt von anderen Häftlingen war. Erst nach seiner Verlegung nach Cádiz habe er Kontakt zu anderen Gefangenen gehabt und als Boxtrainer gearbeitet sowie im Kiosk mitgeholfen. Von der Außenwelt habe er in all der Zeit allerdings recht wenig mitbekommen. Über die Geschehnisse in seiner Heimatstadt Hannover habe er sich über deutsche Zeitungen informiert, die ihm seine Lebensgefährtin regelmäßig schickte. Sie soll Hanebuth auch alle drei Monate besucht haben.

Zu den Vorwürfen der spanischen Ermittler, darunter Gründung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche und Zwangsprostitution, wollte der Rockerboss sich indes nicht äußern - mit dem Verweis, dass es sich um ein schwebendes Verfahren handle. Sollte es jedoch zum Prozess kommen, "werden wir gut aufgestellt und gut vorbereitet sein", sagte er der "Neuen Presse". Fakt sei zudem, dass er nicht der "Europa-Chef" der Hells Angels sei. "So eine Person gibt es nicht. Es gibt auch keinen Welt-Chef und keinen Deutschland-Chef". /sts

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