Mallorca erwartet 100 syrische Flüchtlinge in Ex-Jugendherberge

Die Menschen sollen in einem 2012 geschlossenen Gebäude an der Playa de Palma untergebracht werden

18.09.2015 | 10:04
Die ehemalige Jugendherberge

Mallorca stellt sich auf eine erste Gruppe von hundert syrischen Flüchtlingen ein, die ab Oktober auf der Insel Zuflucht finden sollen. Die Menschen, die sich derzeit in Griechenland, Italien und Ungarn aufhalten, sollen in der im Oktober 2012 geschlossenen Jugendherberge an der Playa de Palma unterkommen, wie die balearische Sozialministerin Fina Santiago nach einem Treffen mit Vertretern der vier Inselräte auf den Balearen am Donnerstag (10.9.) ankündigte.

Der Aktionsplan zur Aufnahme sei bereits im Gange, so Santiago. Insgesamt rechne man mit bis zu 300 Flüchtlingen auf den Balearen, man sei aber bereit, auch mehr aufzunehmen. Das hänge aber von der weiteren Vorgehensweise der spanischen Zentralregierung ab. Diese hatte in den vergangenen Tagen eine Kehrtwende vollzogen und sich bereit erklärt, statt der ursprünglich knapp 2.500 Flüchtlinge nun mehr als 17.000 aufzunehmen.

Die ehemalige Jugendherberge an der Playa de Palma, die 2012 aus Kostengründen geschlossen worden war und eigentlich versteigert werden sollte, biete Platz für bis zu 120 Personen und sei praktisch bezugsfertig. Um die Versorgung der Menschen werde sich das Rote Kreuz kümmern. Die Kosten für den Transport trägt die Zentralregierung. Ministerin Santiago kündigte zudem an, dass alle Flüchtlinge eine Gesundheitskarte erhalten sollen. Auch wenn die Menschen nicht in private Unterkünfte verteilt würden, sei die Solidarität aller Balearen-Bewohner gefragt. Nach einigen Monaten könnten die Flüchtlinge dann auch auf verschiedene Gemeinden verteilt werden.

MZ-Kommentar: Flüchtlingshilfe - wir sind nicht zum Zuschauen verdammt

Solidarisch mit den Menschen, die vor dem Bürgerkrieg und IS-Terror in ihrer Heimat fliehen, hatten sich auch Mallorcas Hoteliers oder das Bistum erklärt und Unterkünfte angeboten. In Palma hat sich bereits am vergangenen Freitag (4.9.) ein Bürgernetzwerk für Flüchtlingshilfe gegründet. ff/sts

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