Erste Hells Angels-Akte mangels Beweisen geschlossen

Der Vorwurf, ein Polizist habe mit den Rockern auf Mallorca gemeinsame Sache gemacht, erwies sich trotz abgehörter Telefonate als haltlos

14.09.2015 | 11:05
Wer steckte mit den Hells Angels auf Mallorca unter einer Decke?

Mangels Beweisen hat der Madrider Richter Eloy Velasco die Anklage gegen einen Polizisten fallengelassen, der auf Mallorca gemeinsame Sache mit den Hells Angels gemacht haben soll. Die Ermittler hatten den Beamten der Nationalpolizei, der infolge der Großrazzia gegen die deutschen Rocker im Juli 2013 wegen des Verdachts auf Strafvereitelung und Geheimnisverrats festgenommen worden war, zunächst für einen Komplizen gehalten.

Auf die Spur des Polizisten war man gekommen, nachdem sein Name in einem Telefonat zwischen den Brüdern Abdul und Khalil Youssafi gefallen war. Die beiden Deutsch-Marokkaner gelten in den Augen der Ermittler neben Rockerboss Frank Hanebuth als die wichtigsten Strippenzieher im Mallorca-Charter der Hells Angels. In dem von der Polizei mitgeschnittenen Gespräch war die Rede davon, dass der besagte Beamte die Rocker vor einer Polizeiaktion gewarnt habe. Nachgewiesen werden konnte dies allerdings nie - obwohl zwischen Februar und März 2012 auch das Telefon des Polizisten abgehört wurde.

In seinem im Februar vorgelegten Ermittlungsbericht hatte Velasco gefordert, gegen 55 Personen aus dem Umfeld der Hells Angels Anklage zu erheben, unter anderem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Dorgen- und Menschenhandel, Zwangsprostitution, Geldwäsche und Betrug. Alle der im Sommer 2013 festgenommenen Verdächtigen sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Zuletzt waren Ende Juni Rockerboss Frank Hanebuth und sein angeblicher Mallorca-Vize Khalil Youssafi gegen Zahlung einer hohen Kaution aus der U-Haft entlassen worden. Ob und wann es zum Prozess kommt, ist indes weiterhin unklar. /sts

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