Infantin Cristina muss ab dem 11. Januar auf die Anklagebank

Prozessbeginn im Fall Nóos: Neben der Schwester von König Felipe VI. müssen sich auch ihr Mann sowie 16 weitere Angeklagte unter anderem der Veruntreuung verantworten

07.10.2015 | 10:42

Ab dem kommenden 11. Januar wird auf Mallorca erstmals einem Mitglied der spanischen Königsfamilie – Infantin Cristina, Schwester von Felipe VI. – der Prozess gemacht. Das Landesgericht in Palma hat am Dienstag (6.10.) dieses Datum für den Prozessbeginn im Fall Nóos festgelegt. Hauptangeklagte sind der Schwager des spanischen Königs und Ehemann von Cristina, Iñaki Urdangarin, sowie sein ehemaliger Geschäftspartner Diego Torres. Sie werden beschuldigt, große Summen öffentlicher Gelder, die für die Ausrichtung diverser Veranstaltungen an die gemeinnützige Stiftung Nóos gezahlt wurden, auf ihre Privatkonten umgeleitet zu haben.

Der Königsschwester Cristina wird Steuerhinterziehung vorgeworfen. Unter den weiteren 16 Angeklagten befindet sich auch der ehemalige Ministerpräsident Jaume Matas (Volkspartei, PP). In seiner Amtszeit wurde ein dubioser und von Urdangarin und Torres ausgerichteter Sporttourismus-Kongress in Palma mit Steuergeldern finanziert. Die Ermittlungen im "Fall Nóos" ziehen sich schon seit Jahren hin und haben dem Ansehen des spanischen Königshauses erheblich geschadet. König Felipe VI. soll in dem Prozess nicht als Zeuge geladen werden. /ck

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