Ende der Stierkämpfe auf den Balearen rückt näher

Linke Regierungsparteien bringen Verbotsantrag ins Landesparlament ein. Inca sagt schon mal vorsorglich eine "corrida" am Sonntag (11.10.) ab

08.10.2015 | 11:03
Juan José Padilla 2014 bei einem Kampf in Muro

Die linken Regierungsparteien auf den Balearen haben am Mittwoch (7.10.) einen Antrag eingebracht, das Tierschutzgesetz so abzuändern, dass Stierkämpfe und Stierläufe nicht mehr möglich sind. Sozialisten, Més und Podemos rechnen damit, dass dann Mitte nächsten Jahres sämtliche Spektakel dieser Art verboten werden können. Sie wollen auch bei der Zentralregierung in Madrid erwirken, dass sämtliche finanzielle Hilfen für das Stierkampf-Geschäft eingestellt werden.

Damit wären die Balearen nach den Kanaren und Katalonien die dritte Autonomieregion, in welcher die Kämpfe und Läufe untersagt sind. Unterstützt werden die Parteien durch die Bürgerinitiative "Mallorca sense Sang" ("Mallorca ohne Blut"), die nach eigenen Angaben 135.000 Unterschriften gegen die Kämpfe gesammelt hat. 24 Gemeinden auf Mallorca haben sich bislang für stierkampffrei erklärt.

Eine für den kommenden Sonntag (11.10.) angesetzte corrida in Inca, wo fünf Stiere sterben sollten, wurde unterdessen abgesagt. Die Veranstalter nannten die im Parlament eingereichte Initiative als Grund. Auch der immer im September stattfindende Stierlauf von Fornalutx wird wohl nach mehr als 100 Jahren nicht mehr über die Bühne gehen. Bürgermeister Antoni Aguiló sprach verärgert von einer "Todesstrafe". Er kündigte an, für die Beibehaltung der Tradition zu "kämpfen".

Auf Mallorca hatten zuletzt im August im Coliseo Balear in Palma Kämpfe stattgefunden, obwohl sich die Stadt zuvor offiziell für stierkampffrei erklärt hatte. Desweiteren gibt es noch in Inca, Alcúdia, Felanitx und Muro Arenen. /it

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