Deutscher Reiseverband schießt gegen Pläne für Touristensteuer auf Mallorca

Man sei "sehr besorgt", heißt es in einer Mitteilung vom Freitag (16.10.)

17.10.2015 | 02:30
Norbert Fiebig.

Der Deutsche ReiseVerband hat die Pläne zur Einführung einer Touristensteuer im kommenden Jahr auf Mallorca deutlich kritisiert. Mallorca sei zwar unangefochtener Spitzenreiter der spanischen Urlaubsinseln und verzeichne in diesem Jahr erneut einen kräftigen Zuwachs. "Es ist aber zu befürchten, dass dieser Aufwärtstrend durch die neue Touristenabgabe gestoppt wird", mahnt DRV-Präsident Norbert Fiebig laut einer Pressemitteilung vom Freitag (16.10.)

"Diese Abgabe ist das falsche Signal!", so Fiebig. Als führender Verband der Touristik sein man "sehr besorgt" und habe sich daher mit einem Schreiben an die zuständigen Minister sowohl der Regionalregierung auf den Balearen als auch an die Zentralregierung in Madrid gewandt. Darin fordert der DRV die Politiker dazu auf, die Pläne zu überdenken und Entscheidungen mit Weitsicht zu fällen. Die Reisenden müssten sonst mit der Touristensteuer eine finanzielle Mehrbelastung schultern, von der bislang unklar ist, welche konkreten Maßnahmen mit den Einnahmen finanziert werden sollen. "Das erweckt den negativen Eindruck, als seien nicht mehr alle Gäste willkommen", wird Fiebig zitiert.

Alle Details: Welche Urlauber wann wieviel zahlen sollen

In ihrem Antwortschreiben stellt die spanische Zentralregierung laut DRV klar, dass sie gegen die Einführung einer Umweltsteuer oder ähnlicher Abgaben sei und dies auch gegenüber der Regionalregierung bekundet habe. Von Seiten der Balearen-Regierung habe es im September geheißen, dass die Details der Steuer gegenwärtig noch diskutiert würden. Es sei nicht beabsichtigt, die Anzahl der Touristen zu beschränken. Allerdings habe man Bedenken bezüglich der zur Verfügung stehenden Kapazität der Inseln.

Kommentar: Auf dem Weg zur maßvollen Touristensteuer

Die derzeitige Politik der Balearen-Regierung könne sich ins Gegenteil verkehren und Gäste verprellen, argumentiert nun der DRV. "Somit wäre es nicht unwahrscheinlich, dass aus Mehr- schließlich Mindereinnahmen werden. Denn der Wettbewerb zwischen den Reisezielen ist groß. Weniger Gäste würden am Ende auch weniger Tourismuseinnahmen für das Land bedeuten. Gerade in diesem Jahr haben Besucher aus aller Welt bereits mehr Geld in Spanien ausgegeben als in den Jahren zuvor. Für die spanische Volkswirtschaft, die gerade aus ihrer wirtschaftlichen Talsohle findet, ist das eine positive Nachricht."

In der Mitteilung verweist der DRV zudem auf die Entwicklung des Tourismus im vergangenen Jahr, als die Balearen den ersten Platz unter den innerspanischen Zielen mit insgesamt 4.142.954 deutschen Touristen belegten. "Das entspricht einem Plus von 1,4 Prozent und rund 40 Prozent der Deutschen, die vergangenes Jahr Spanien bereisten." Für 2015 zeichne sich erneut ein kräftiger Anstieg ab: "In den ersten sieben Monaten kamen insgesamt – also aus allen internationalen Quellmärkten – rund vier Prozent mehr Gäste nach Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera." /ff

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