Neues Gesetz: Mallorca will Gräber von Franco-Opfern öffnen

Bislang wurde die Identifizierung und Exhumierung privaten Initiativen überlassen

29.10.2015 | 09:42
Ausgrabungsarbeiten in Sant Joan.

Die balearische Landesregierung will knapp 80 Jahre nach Ende des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) die Ortung und Identifizierung von Todesopfern der Franco-Diktatur (1939-1975) selbst in die Hand nehmen. Das geht aus einem Gesetzesentwurf hervor, der am Mittwoch (21.10.) vorgestellt wurde.

Die sterblichen Überreste von geschätzten 2.000 Opfern auf den Balearen sollen nach Möglichkeit exhumiert, die Ausgrabungsstätten unter Denkmalschutz gestellt werden.

Auf Mallorca wurden bislang nur drei Todesopfer geortet und exhumiert, die Arbeiten auf dem Friedhof des Dörfchens Sant Joan wurden zudem ohne staatliche Hilfe von Freiwilligen rund um die Organisation Memòria de Mallorca ausgeführt.

Mallorca war zu Beginn des Bürgerkriegs in die Hände der Putschisten gefallen. Die Zahl der Opfer, die in den ersten Kriegswochen auf Mallorca von Anhängern des späteres Diktators Francisco Franco getötet und verscharrt wurden, wird auf rund 1.500 geschätzt. Das Grab in Sant Joan ist eines der kleineren von insgesamt mehr als 30 Gemeinschaftsgräber aus jener Zeit. /ff

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