Luxus-Sporthotel statt Country Club

Santa Ponça bekommt nicht nur seine erste Fünf-Sterne-Herberge, sondern auch eine Tennis-Akademie mit 16 Plätzen

12.11.2015 | 01:00
Einfahrt verboten und Bagger im Anmarsch: Der Country Club soll seine Pforten künftig für gut betuchte Aktivurlauber öffnen.

Der Country Club in Santa Ponça ist Geschichte: Nach nur 17 Jahren hat die Anlage samt Tennisplätzen, großem Fitness- und Wellnessbereich sowie Restaurant ihre Pforten am 31. Oktober für immer geschlossen. Wo ein Kapitel zu Ende geht, wird in naher Zukunft allerdings ein neues anbrechen: Auf dem selben Gelände sollen ein Luxus-Hotel und eine große Tennis-Akademie entstehen. Wann dort die ersten Gäste und Sportler empfangen werden, sei derzeit noch unklar, sagte Andy Lamyman, der bisherige Generalmanager des Clubs, der MZ. „Unsere Idee ist aber, dass wir bereits kommendes Jahr eröffnen."

Bei dem Projekt handelt es sich Lamyman zufolge um weit mehr als eine Expansion. „Das ist ein unternehmerischer Kurswechsel." Mit dem Bau des 68 Zimmer umfassenden Fünf-Sterne-Hotels – im Übrigen das erste in Santa Ponça – betrete man geschäftliches Neuland. Unterkommen sollen dort künftig Urlauber aus Nordeuropa oder Russland und Touristen vom spanischen Festland ebenso wie Familienangehörige von Clubmitgliedern, die auf der Insel zu Besuch sind. „Wir denken da nicht so sehr in Nationalitäten", betont Lamyman. Vielmehr richte sich das neue Angebot an all diejenigen, die Qualität suchen – und sich im Urlaub gerne körperlich ertüchtigen. „Der Fokus liegt ganz klar auf Sport."

Neben einem Fitness-Studio, das Lamyman zufolge insel-, ja vielleicht sogar landesweit von keinem Hotel in Größe und Ausstattung überboten werden dürfte, erwartet die künftigen Gäste eine Tennis-Akademie mit 16 Plätzen. Zumindest größentechnisch spielt sie in einer Liga mit dem derzeit in Manacor entstehenden Tennisleistungszentrum von Rafa Nadal. Geplant sind laut Lamyman Sand-, Hart- und Rasenplätze, „nicht mit Kunsstoff-, sondern mit echtem Rasen, wie in Wimbledon" – was ein weiteres Novum in Mallorcas Hotellandschaft darstelle. Denkbar seien angesichts der großen Anlage touristische Angebote wie Tennis-Reisen, aber auch Kurse und Workshops für alle Altersklassen – egal ob für Urlauber, Residenten oder Clubmitglieder. Diese müssten sich nun nach der Schließung eine Alternative suchen, „aber wir hoffen natürlich, dass sie danach zurückkommen", sagt Landyman.

Im Ort kursierende Gerüchte, das Publikum habe sich zuletzt fast ausschließlich auf Briten beschränkt, weshalb der Club immer schlechter besucht gewesen sei, will der einstige Generalmanager nicht auf sich sitzen lassen. Die Mitgliederzahl sei von etwa 600 in der Anfangszeit auf annähernd 1.500 in den vergangenen Jahren gestiegen. Und während die Briten zu Beginn tatsächlich fast unter sich blieben, sei der Club im Laufe der Jahre immer internationaler geworden, sagt Lamyman. Vor allem seit dem letzten Führungswechsel, von dem an nicht nur die Direktion, sondern auch der Großteil des Personals Spanisch sprach, habe sich der Club zunehmend geöffnet und vor allem auch spanische Mitglieder angelockt. „Die Deutschen wurden deshalb nicht weniger, aber sie sind heute in der Minderheit." Darüber hinaus habe es in der Vergangenheit immer wieder Anfragen von großen Gruppen aus Deutschland, Holland oder Norwegen gegeben. „Da wir bisher nur über sechs Plätze verfügten, mussten wir den meisten absagen, weil unsere Mitglieder Priorität hatten", erzählt Lamyman.

Seit einigen Tagen sind auf einem Areal auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Country Clubs die ersten Bagger und Raupen zugange. Sie ebnen dort das Gelände für die neuen Tennisplätze, für die ein zusätzliches Grundstück benötigt wird. Die bisherigen Spielfelder werden dem Hotel weichen, das komplett neu gebaut werden soll. „Bei einem Fünf-Sterne-Haus kann man schlecht Bestehendes und Neues vermischen, das muss schon einheitlich sein", sagt Lamyman. Von den bestehenden Bauten soll ein Teil in den kommenden Monaten abgerissen werden. Der Rest, darunter unter anderem das Restaurant, werde von Grund auf renoviert, heißt es.

Welcher Investor hinter dem Projekt steckt, ist derzeit noch nicht spruchreif. „Wir sind noch ganz am Anfang", sagt Lamyman. Man wisse nocht nicht einmal, wer das Hotel bauen, geschweige denn, wer es später betreiben wird. Bereits beantragt sind indes die erforderlichen Baugenehmigungen bei der Gemeinde Calvià. Man würde die Lizenzen derzeit bearbeiten, heißt es aus dem Rathaus. Mit Komplikationen sei dabei nicht zu rechnen, da das Grundstück bereits in der Vergangenheit als mögliches Bauland für Hotels ausgewiesen wurde.

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