Briten ließen Töchter vom Pensionswirt missbrauchen

Die Eltern, die als Gegenleistung gratis in dem Hostal in Palmanova übernachten durften, müssen sich derzeit in Palma de Mallorca vor Gericht verantworten

05.12.2015 | 10:52
Am Landgericht in Palma wird den Briten der Prozess gemacht.

Ein britisches Elternpaar muss sich derzeit in Palma de Mallorca vor Gericht verantworten, weil es zwischen 2010 und 2012 wiederholt zuließ, dass der Besitzer eines Hostals in Palmanova im Südwesten von Mallorca seine beiden Töchter sexuell missbrauchte. Die Mädchen waren anfangs 12 und 13 Jahre alt und wurden von dem 78-jährigen Spanier gestreichelt, auf den Mund geküsst und an den Genitalien berührt, heißt es in der Anklageschrift. Mit der Älteren soll es später sogar zum Geschlechtsverkehr gekommen sein.

Die Eltern hatten das Sorgerecht über ihre Kinder bereits 2009 entzogen bekommen, die Mädchen sind seitdem in einem Heim von Mallorcas Jugendamt untergebracht. Von dort sollen sie jedoch immer wieder abgehauen sein, um sich in dem Hostal in der Gemeinde Calvià mit ihren Eltern, die dort offenbar dauerhaft wohnten, zu treffen. Unter dem Vorwand, sie könnten ihren Lebensunterhalt nicht anders bestreiten, nötigten die Eltern ihre Töchter bei diesen Gelegenheiten immer wieder zu Treffen mit dem Pensionswirt, der sich dabei an den Minderjährigen vergehen durfte. Als Gegenleistung ließ er das britische Paar offenbar umsonst in seiner Herberge wohnen.

Die Staatsanwaltschaft fordert für die Eltern im Alter von 57 und 52 Jahren eine Freiheitsstrafe von je 13 Jahren und ein langjähriges Kontaktverbot zu den Töchtern. Der Spanier soll für zehn Jahre und zwei Monate in Haft. Das Urteil fällt voraussichtlich am kommenden Mittwoch (9.12.). /sts

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