Insel-Sozialisten werben für Linkspakt nach Mallorca-Vorbild

Nach den spanischen Parlamentswahlen sind die Parteien zu Kompromissen gezwungen - oder es muss neu gewählt werden

27.12.2015 | 10:07
Sánchez, Iglesias.

Warum nicht spanienweit versuchen, was auf Mallorca zu funktionieren scheint? Die Sozialisten auf den Balearen, die seit dem Frühjahr in Koalition mit der Regionalpartei Més per Mallorca und mit Duldung der Protestpartei Podemos regieren, werben für ein spanienweites Linksbündnis. Was Insel-Politiker bereits in informellen Gesprächen und Interviews gefordert haben, will die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol auf dem Parteitag der Sozialisten am Montag (28.12.) offiziell vorschlagen, wie die mallorquinische Lokalpresse berichtet.

Die Lage nach den spanischen Parlamentswahlen vom 20. Dezember ist nach wie vor verzwickt - weder gibt es eine absolute Mehrheit für ein Bündnis im konservativen Lager, noch im progressiven Lager. Nachdem der sozialistische Spitzenkandidat Pedro Sánchez Gesprächen für eine große Koalition eine Absage erteilt hat, klären die Sozialisten derzeit ihre Position hinsichtlich eines Linksbündnisses mit Podemos. Das Problem: Während die Protestpartei ein Referendum über die Eigenständigkeit Kataloniens befürwortet, lehnen dies die Sozialisten strikt ab. Vor allem die sozialistische Ministerpräsidentin von Andalusien, Susana Díaz, warnte davor, die nationale Einheit in Frage zu stellen.

Armengol forderte nun im Radiosender "Cadena Ser" "mehr Empathie und Dialog", die Wähler hätten sich für mehr Pluralität in Spanien ausgesprochen. Allerdings wäre auch ein Bündnis aus Sozialisten und Podemos zumindest auf die Duldung weiterer Parteien angewiesen.  /ff

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