Tödliche Attacke in Weihnachtsnacht: Täter in Haft eingewiesen

Die Polizei hatte zunächst einen anderen Verdächtigen festgenommen

31.12.2015 | 09:52
Der Mann wird abgeführt.

Nach dem Tod eines 26-jährigen Kolumbianers bei einem Straßenkampf in der Weihnachtsnacht auf Mallorca ist der geständige Täter in Untersuchungshaft eingeliefert worden. Der 36-jährige Landsmann, der als Bodybuilder 2010 die balearischen Meisterschaften gewonnen hatte, wurde am Mittwoch (30.12.) ohne Möglichkeit einer Freilassung auf Kaution ins Gefängnis eingewiesen. 

Zuvor allerdings hatte die Polizei zeitweise einen anderen Verdächtigen festgenommen. Der Irrtum klärte sich erst, als sich weitere Zeugen bei den Ermittlern meldeten und ein Augenzeugen-Video im Internet veröffentlicht wurde.

Zu dem Handgemenge war es nach einem Discobesuch in der Nacht auf den 25. Dezember gekommen, als offenbar in Folge von Alkohol und Eifersucht ein Streit eskalierte und zwei Gruppen aufeinander losgingen. Auch das Opfer hatte eine Glasflasche in der Hand. Bevor es dem jungen Mann jedoch gelang, diese am Boden zu zerschlagen, kam es zum tödlichen Angriff. Nach der schweren Verletzung schleppte sich das Opfer zunächst noch einige Stufen nach oben, bevor es zusammenbrach. Rettungssanitäter konnten den jungen Mann zunächst wiederbeleben, er hatte jedoch zu viel Blut verloren.

Zunächst nahm die Polizei in Folge von Zeugenaussagen einen 33-jährigen Kolumbianer in seiner Wohnung fest, der jedoch von Anfang an seine Unschuld beteuerte. Er sei in der Weihnachtsnacht gar nicht ausgegangen, sondern nach einem anstrengenden Umzug zu Hause geblieben. Angesichts der Zweifel setzte ihn der Untersuchungsrichter nach zwölf Stunden in Haft unter Auflagen wieder auf freien Fuß.

Er habe die Hölle durchlebt und sei in den sozialen Netz­werken übel beschimpft worden, so der irrtümlich festgenommene Familienvater in der mallorquinischen Presse. Seine Festnahme sei jedoch nicht auf ein Irrtum der Polizei zurückzuführen, vielmehr hätten ihn die unter Schock stehende Freundin des Opfers und ihre Schwester fälschlicherweise anhand seines Profils bei Facebook denunziert.

Der geständige Täter wurde schließlich bei einer Gegenüberstellung am Montag eindeutig identifiziert. Er sagte aus, dass er sich nur habe verteidigen wollen. Anschließend habe er sich aus Furcht vor den Folgen versteckt.

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