Jaume Matas übergibt seinen Stadtpalast in Palma als Kaution

Damit ist der ehemalige Balearen-Premier seine 500-Quadratmeter-Schwarzgeld-Wohnung wohl definitiv los. Ab Montag (11.1.) steht er im Fall Nóos vor Gericht

11.01.2016 | 13:10
Schon die Einfahrt ist herrschaftlich: Hier richtete sich Jaume Matas eine Luxuswohnung ein.

Die wohl bekannteste private Immobilie auf Mallorca könnte kurz vor einem Besitzerwechsel stehen: Der frühere balearische Ministerpräsident Jaume Matas hat am Freitag (8.1.) seine im Volksmund "palacete" genannte Wohnung in der Carrer Sant Feliu in der Altstadt von Palma der Justiz überschrieben. Er kommt damit einer Kautionsforderung der Staatsanwaltschaft von über 3 Millionen Euro nach, die der wegen Korruption und Veruntreuung beschuldigte Ex-Politiker vorab zur Wiedergutmachung des von ihm im Fall Nóos verursachten Schadens bezahlen sollte.

Matas ist einer der 18 Angeklagten im Fall Nóos, bei dem es im Kern um die Veruntreuung öffentlicher Gelder durch Iñaki Urdangarin, den Mann der Königsschwester Cristina, und dessen Geschäftspartner Diego Torres geht. Der Prozess beginnt am Montag (11.1.) in Palma.

In Justizkreisen wird die Abgabe des "palacete" als ein Teilgeständnis von Matas interpretiert. Der mittlerweile aus der konservativen Volkspartei (PP) ausgetretene und bereits mehrfach wegen Korruption verurteilte Ex-Premier ist beschuldigt, Zahlungen über 2,3 Millionen Euro an Urdangarin und Torres veranlasst zu haben. Der Schwager von König Felipe VI. und sein Kompagnon organisierten dafür dubiose Veranstaltungen zum Thema "Sport und Tourismus".

Laut einem von der Verteidigung von Matas eingereichten Schriftstück, ist die Luxuswohnung 2,5 Millionen Euro wert. Auf ihr lastet zudem eine Hypothek von 485.000 Euro. Die Wohnung ist mehr als 500 Quadratmeter groß. Matas und seine Frau kauften sie im April 2004 für ofiiziell 900.000 Euro. Ein Teil des wohl wesentlich höheren Kaufbetrags wurde vermutlich schwarz gezahlt.

Auch die Handwerker haben gestanden, mit Schwarzgeld bezahlt worden zu sein: 35.000 Euro für den Küchen-Installateur, ein ähnlicher Betrag für Dampfbad und Whirlpool, 46.000 für Elektroinstallationen, 25.000 für den Tischler, 15.000 für die Klimaanlage. Auch die Hightech-Fernsehgeräte wurden mit 500-Euro-Scheinen bezahlt.

Eine Zwangsversteigerung des "palacete" stand bereits einmal bevor, konnte dann jedoch von den Anwälten von Matas verhindert werden. Stattdessen wurde die Wohnung an einen deutschen Unternehmer vermietet. /ff/ck

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