"Dr. Tod" in Deutschland gestorben

Der Röntgenarzt Rüdeger Peter Oyntzen hatte 1996 auf Mallorca seine beiden Kinder in einem Hotelzimmer in Sa Coma getötet

14.01.2016 | 10:08
Rüdeger Peter Oyntzen 1998 vor Gericht in Palma.

Der Deutsche Rüdeger Peter Oyntzen, der 1996 auf Mallorca seine beiden Kinder ermordete, ist laut der Zeitung "Última Hora" in Deutschland im Alter von 58 Jahren an Krebs gestorben. Der von der Presse "Dr. Tod" betitelte Röntgenarzt war auf der Insel im Juni 1998 von einem Schwurgericht zu 34 Jahren Haft verurteilt worden und 2010 nach Deutschland überstellt worden.

Der aus Breisach in Baden-Württemberg stammende Mann hatte seine Kinder Katharina und Matthias im September 1996 in einem Zimmer des Hotels Royal Mediterráneo in sa Coma im Osten der Insel während eines Urlaubs getötet, weil er nicht akzeptieren wollte, dass seiner Ex-Frau Helga nach der Scheidung das alleinige Sorgerecht zugesprochen worden war.

Dem Urteil des Gerichts in Palma zufolge hatte Oyntzen seine achtjährige Tochter und den sechs Jahre alten Sohn vor dem Schlafengehen mit Tabletten betäubt, die er ihnen in den Joghurt gemischt hatte. Danach spritzte er ihnen einen tödlichen Cocktail aus Medikamenten, die er noch vor dem Urlaub besorgt hatte. Er legte sie auf die Betten und gab jedem Kind eine Rose in die Hand. Danach fotografierte der Mediziner die Leichen und war noch rund 24 Stunden auf dem Zimmer.

Nach dem Doppelmord hatte Oyntzen ein "Bitte-nicht-stören"-Schild an die Tür des Hotelzimmers gehängt und war mit dem Bus nach Pollença gefahren. Nach eigenen Angaben hatte er dreimal versucht, sich das Leben zu nehmen, hatte dazu aber keinen Mut gehabt. Schließlich wurde er auf einer Felsklippe bei Pollença von Beamten der Guardia Civil gestellt.

Ende 2009 hatte der Kindsmörder bei dem Justizministerium in Madrid den Antrag gestellt, seine restliche Strafe in Deutschland verbüßen zu dürfen. Als Grund nannte er seinerzeit, er wolle in der Nähe seiner Familie sein. 2010 wurde er nach Baden-Württemberg überstellt. Zuletzt musste Oyntzen nur noch ins Gefängnis, um dort zu schlafen. In welcher Justizvollzugsanstalt er zuletzt einsaß, ist nicht bekannt. /it

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