Umweltverband Gob fordert Verbot der Poloplätze bei Campos

Der Bauernverband kritisiert den hohen Wasserverbrauch der Elitesport-Anlage

21.01.2016 | 14:01
Mitglieder des GOB fordern ein Verbot der Poloplätze in sa Barralina.

Jetzt schlägt auch Mallorcas Umweltverband Gob Alarm: Die Gemeinde Campos dürfe auf keinen Fall die beiden Poloplätze auf der Finca sa Barralina bei Ses Covetes genehmigen, fordern die Umweltschützer - wobei eines der Felder seit etwa zehn Jahren in Betrieb ist und das andere ebenfalls bereits fertiggestellt ist. Bei der zuständigen Gemeindeverwaltung von Campos hatte die Gesellschaft Es Figueral Gran SLU, hinter der der deutsche Unternehmer Daniel Crasemann steckt, vor Kurzem beantragt, die beiden Felder - nachträglich - zu legalisieren und zudem den Bau eines zweiten Landhotels zu genehmigen. Ein "Agroturismo" ist ebenfalls schon seit vielen Jahren geöffnet.

Der Gob kritisiert vor allem, dass die Anlage in einem ANEI-Naturschutzgebiet liegt, für das normalerweise scharfe Auflagen gelten. Im Rahmen des unter der PP-geführten Balearenregierung 2012 erlassenen Tourismusgesetzes wurden diese jedoch aufgeweicht. Zudem wurde die nachträgliche Legalisierung von Schwarzbauten erlaubt. "Dadurch werden die perversen Folgen dieser Gesetzgebung für Naturschutzgebiete mehr als deutlich", heißt es in einer Pressemitteilung des Umweltverbands. 

Mallorcas Bauernverband Asaja kritisiert indes den hohen Wasserverbrauch der Polo-Anlage: Dieser sei vergleichbar mit der Menge, die nötig sei, um Anbaufelder für Grünfutter und Heu zu bewässern. "Der Unterschied ist allerdings, dass das Futter den Kühen zugute kommt, die uns Milch und Fleisch liefern", sagte Asaja-Präsident Joan Simonet. "Die Polofelder dagegen fördern lediglich einen Elite-Sport."

Das Anwesen sa Barralina hatte der Deutsche Crasemann bereits vor 18 Jahren erworben und dort einige Jahre später Mallorcas ersten Poloplatz angelegt, auf dem immer wieder private Turniere stattfanden. Zwischen 2000 und 2002 erteilte Campos zudem mehrere Lizenzen zur Sanierung und zum Umbau der bestehenden Gebäude. Der ehemalige Kuhstall des Landguts wurde daraufhin in Ställe für rund 120 Pferde umgewandelt, daneben wurden Garagen, Umkleiden und ein Empfangssaal geschaffen. Im einstigen Bauernhaus entstand ein nobles Agroturismo-Hotel mit 13 Zimmern. /sts

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