Wer zahlt die Touristensteuer? Hoteliers rudern zurück

Branchenverband widerspricht Bericht von Lokalzeitung: "Wir haben noch keine Entscheidung getroffen"

03.02.2016 | 10:00
Cala Major.
Cala Major.

Aktualisierte Tarife: So viel soll es kosten

  • Fünf-Sterne- und Vier-Sterne-Superior-Hotels: 2 Euro (Nebensaison 1 Euro)
  • Vier-Sterne- und Drei-Sterne-Superior-Hotels: 1,50 Euro (Nebensaison 0,75 Euro)
  • Ein- bis Drei-Sterne-Hotels: 1 Euro (Nebensaison 0,50 Euro)
  • Ferienapartments (vier Schlüssel): 2 Euro (Nebensaison 1 Euro)
  • Ferienapartments (drei Schlüssel Superior): 1,50 Euro (Nebensaison: 0,75 Euro)
  • Ferienapartments (ein bis drei Schlüssel): 1 Euro (Nebensaison: 0,50 Euro)
  • An Urlauber vermietete Privatwohnungen und Fincas: 1 Euro (Nebensaison: 0,50 Euro)
  • Landhotels: 1 Euro (Nebensaison: 0,50 Euro)
  • Hostals, Pensionen und Campingplätze: 0,50 Euro (Nebensaison: 0,25 Euro)
  • Herbergen: 0,50 Euro (Nebensaison: 0,25 Euro)
  • Kreuzfahrtschiffe: 1 Euro (Nebensaison: 0,50 Euro)

Die Hoteliersvereinigung auf Mallorca hat einen Bericht der mallorquinischen Lokalzeitung "Última Hora" dementiert, wonach zahlreiche Hoteliers die Touristensteuer, die zur Hauptsaison auf den Balearen in Kraft treten soll, zunächst aus eigener Tasche bezahlen. "Das stimmt nicht, wir haben noch keine Entscheidung getroffen", so die Vorsitzende Inmaculada Benito in einer Stellungnahme. Dafür müsse man zunächst die Ausführungsbestimmungen zum neuen Gesetz abwarten.

Die Zeitung hatte berichtet, dass die Zeit zur Umlegung der neuen Abgabe auf die Urlauber zu knapp bemessen sei. Man habe die Abgabe bei der Vermarktung noch nicht berücksichtigen können und wolle Urlauber vor unliebsamen Überraschungen bewahren. Besonders bei preissensiblen Zielgruppen in Zwei- und Drei-Sterne-Hotels etwa an der Playa de Palma wolle man Probleme vermeiden.

Die balearische Landesregierung hatte zuletzt weitere Zugeständnisse bei der Touristensteuer gemacht. Auf Druck der Hoteliers hin wird es so für Langzeiturlauber und Familien günstiger. Laut dem Entwurf, der Anfang Januar offiziell beschlossen wurde und nach der Verabschiedung im Landesparlament möglichst im Juni in Kraft treten soll, sinkt die Touristensteuer ab dem zehnten Urlaubstag auf die Hälfte. 

Die neue Abgabe soll je nach Art der Unterkunft und der Reisezeit zwischen 0,25 und 2 Euro betragen. Die erhofften Einnahmen von jährlich 50 bis 80 Millionen Euro sollen in Nachhaltigkeit, Umwelt- und Landschaftsschutz, aber auch touristische Infrastruktur und Innovation investiert werden. Hinzu genommen wird nun außerdem die Modernisierung im Landwirtschaftssektor.

Bereits im November hatte die Linksregierung Nachbesserungen beschlossen, so etwa für Kreuzfahrtpassagiere, Gäste in Ferienwohnungen und Seniorentouristen.  /ff

Diese Meldung wurde um 13.20 Uhr mit der Stellungnahme der Hoteliers aktualisiert.

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