"Die Sangría-Eimer kehren nicht an die Playa zurück"

Palmas Stadtverwaltung will nach dem Ende der Benimmregeln eine frühere Verordnung für das Urlaubsgebiet spezifizieren

10.02.2016 | 19:13

Die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca will auch nach dem Urteil gegen die Benimmregeln Saufgelage mit Sangría-Eimern an der Playa de Palma unterbinden. Man werde die Praktiken nicht mehr zulassen und dafür eine frühere Verordnung spezifizieren, so ein Sprecher der Stadtverwaltung am Mittwoch (10.2.) gegenüber der Mallorca Zeitung.

Palma werde die Entscheidung des Gerichts über die Verordnung über zivilisiertes Miteinander nicht anfechten. Stattdessen tritt wieder automatisch eine Verordnung in Kraft, die die Mitte-Links-Regierung der sozialistischen Bürgermeisterin Aina Calvo (Sozialisten) 2011 beschlossen hatte. Mit ihr war erfolgreich gegen Saufgelage von Einheimischen am Paseo Marítimo vorgegangen worden. Dazu war dieser Bereich der Stadt zur sogenannten Interventionszone erklärt worden.

Das soll nun neben dem Ausgehviertel Gomila auch an der gesamten Playa de Palma geschehen, so der Sprecher. Nach einem dafür nötigen Bericht der Ortspolizei, der in den kommenden Wochen erstellt werden soll, könne die Regelung zur Interventionszone dann rechtzeitig zum Beginn der Saison in Kraft treten. Alkoholkonsum aus Sangría-Eimern sei dann zu keiner Tageszeit in dem Urlaubsgebiet gestattet. Vergehen würden wie auch bisher mit Geldbußen geahndet.

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Das balearische Verwaltungsgericht hatte die "Verordnung für zivilisiertes Miteinander", die die konservative Vorgängerregierung in Palma de Mallorca beschlossen hatte, vergangene Woche gekippt. Die Richter begründen ihr Urteil mit Versäumnissen beim Nachweis der Zuständigkeit der Stadtverwaltung. Geklagt hatte der Dachverband der Einwohnervereinigungen in Palma.

Die "Verordnung für zivilisiertes Miteinander" legte mit 113 Artikeln einen umfangreichen Normenkatalog zu Sittenfragen vor, der von der Reglementierung von Straßenkunst, Unterschriftensammlungen oder Kinderspielen auf öffentlichen Gehwegen über Verbote von Straßenverkauf, Trinkgelagen und Straßenprostitution bis hin zu Strafen für das Herumlaufen in Bikini oder Badehose in der Innenstadt reichte. Im Sommer 2014 wurde speziell an der Playa de Palma kontrolliert.   /ff

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