Namensgleichheit: falscher Pakistaner auf Mallorca im Gefängnis

Gegen einen Landsmann desselben Namens liegt ein internationaler Haftbefehl vor

26.02.2016 | 11:34
Der in Palma de Mallorca arbeitende Mujahid Abbas.

Allein wegen seines Namens sitzt der Pakistaner Mujahid Abbas seit einer Woche im Gefängnis von Palma de Mallorca. Eine Verwechslung führte zu seiner Festnahme am vergangenen Donnerstag (18.2.), weil gegen einen Mann gleichen Namens ein internationaler Haftbefehl bei Interpol vorliegt.

Der 24-jährige Pakistaner lebt seit Sommer 2014 auf Mallorca, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Freitag (26.2.) berichtet. Anscheinend ohne Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis jobbte er in einer Obst- und Gemüsehandlung in Palmas Stadtviertel Pere Garau. Dies fiel den Inspektoren bei einer Routinekontrolle wegen unerlaubter Beschäftigung am Donnerstag (18.2.) auf.

Als die Polizei die Papiere des Pakistaners prüfte – der 24-Jährige trug nur unvollständige Kopien bei sich –, stellte sie fest, dass sein Name auf einer internationalen Fahndungsliste erscheint. Bei Interpol liegt ein von Pakistan beantragter Haftbefehl gegen einen Mann mit diesem Namen vor. Der Befehl schreibt die sofortige Verhaftung und spätere Auslieferung vor, sobald der Mann in einem der 190 Mitgliedsstaaten von Interpol aufgespürt wird. In Pakistan wartet auf ihn die Todesstrafe wegen Mordes.

Die Polizei nahm den auf Mallorca arbeitenden Mujahid Abbas fest und begleitete ihn zu seiner Wohnung, um dort die Original-Ausweispapiere sicherzustellen, die dieser aber nicht sofort fand. Erst nach mehreren Tagen in Haft konnte ein Verwandter den Ausweis finden und der Polizei vorlegen. Damit klärte sich die Verwechslung auf. Weder Geburtsdatum- und -ort, noch der Name des Vaters stimmen mit dem des Gesuchten überein. Erleichtert wartet Abbas nun auf seine endgültige Freilassung.

Während ein internationaler Haftbefehl zur sofortigen Festnahme führt, wäre eine Auslieferung nicht automatisch erfolgt. Das spanische Gesetz erlaubt diese erst, wenn gewährleistet ist, dass die Person im Zielland weder Todesstrafe noch Folter erwarten. /tg

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