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Neue Hotels auf Mallorca: von Luxus bis Stockbetten

Mit Eröffnungen wie dem Park Hyatt in Canyamel und dem Iberostar Portals Nous wächst das Angebot an luxuriösen Unterkünften - aber auch an andere Urlauber ist gedacht

10.03.2016 | 08:58
Seit Jahren wurde auf Mallorca nicht mehr ein so großes Hotel eröffnet: das Park Hyatt in Canyamel.
Seit Jahren wurde auf Mallorca nicht mehr ein so großes Hotel eröffnet: das Park Hyatt in Canyamel.

Nahe des Küstenörtchens ­Canyamel im Osten der Insel, wo es vor zweieinhalb Jahren nichts weiter als grüne, mit Kiefern bewachsene Hügel gab, steht heute ein komplettes Dorf – genauer gesagt ein Fünf-Sterne-Hotelkomplex, der einem „traditionellen mallorquinischen Bergdorf" samt pittoreskem Uhrenturm, Wasserfällen und Restaurants nachempfunden ist. Im Frühjahr eröffnet die 25 Hektar große Luxus-Anlage „Park Hyatt Mallorca" – das erste Resort der Marke in Europa – seine Pforten.

Auf die Gäste warten 142 Zimmer und Suiten, ein Wellness-Center mit Spa, eine weitläufige Pool-Landschaft, verschiedene Sport­anlagen, Veranstaltungsräume und ein internationales Gastronomieangebot. Im Rathaus von Capdepera, auf dessen Gemeindegebiet der Hyatt-Komplex liegt, sowie bei den örtlichen Tourismusverantwortlichen ist die Freude angesichts des luxuriösen Neuzugangs groß: Die Qualität des touristischen Angebots steigt, es entstehen Hunderte neue Arbeitsplätze, von denen vor allem die Absolventen der erst 2014 eröffnete Außenstelle der balearischen Hotelfachschule in Cala Ratjada profitieren dürften, und nicht zuletzt bedeutet so ein Projekt wertvolle Einnahmen, die Baulizenzen und künftig anfallende Steuern in die Gemeinde­kasse spülen.

Umweltschützer dagegen hatten Jahre lang gegen das Hotel gekämpft – weil es die Landschaft verschandele und möglicherweise sogar zum Teil innerhalb eines einst recht ungenau markierten Naturschutzgebietes liegen könnte. „Doch nun gibt es kein Zurück mehr", sagt Margalida Ramis, die Sprecherin von Mallorcas Umweltverband GOB. Einziger Trost: Das Projekt wurde durchgezogen – und endete nicht als Geistersiedlung, wie ein Luxus-Komplex bei Marbella, der ebenfalls von Hyatt betrieben werden sollte, wegen des Bankrotts des Investors aber nie fertiggestellt wurde.

Das zweite neu erbaute Hotel, das diese Saison eröffnet, ist das Iberostar Grand Hotel in Portals Nous in der Gemeinde Calvià. Die 63 Zimmer zählende Fünf-Sterne-Herberge ist das erste Haus der Iberostar-Luxus-Marke „The Grand Collection"auf der Insel. Weil sich die Bauarbeiten ein wenig verzögert haben, kann der anvisierte Eröffnungstermin im Mai allerdings nicht eingehalten werden. „Im Sommer wird es so weit sein", sagt ein Sprecher des mallorquinischen Hotelkonzerns. Mit fünf Sternen und der Kategorie „Premium Gold" wartet ab dieser Saison außerdem das „Iberostar Playa de Palma" auf, das nach einer umfassenden Sanierung noch im Frühjahr wiedereröffnen soll.

Iberostar ist damit das zweite Unternehmen, das an der Playa de Palma, dem wichtigsten Urlaubsgebiet der Insel, ein Fünf-Sterne-Haus betreibt. Bereits seit 2015 rangiert das „Garonda" nach einer Rundumsanierung in dieser höchsten Kategorie. Zwei weitere Luxus-Hotels befinden sich weiterhin in Bau: Das Hotel Saïd der Hipotels-Gruppe wird erst im Frühjahr 2017 fertig; und auf der Baustelle eines Fünf-Sterne-Hauses der Unternehmensgruppe Llaüt gerieten die Arbeiten nach einem Unfall mit zwei Toten, bei dem eine frisch betonierte Decke einstürzte, ins Stocken.

Mit fortan vier statt drei Sternen und Original-Werken des großen Künstlers Joan Miró wartet das weltweit bisher einzige Miró-Hotel auf. Es eröffnet Mitte März im Gebäude des ehemaligen Hotel Dalí in Palmas Stadtviertel Cala Major, ganz in der Nähe der Miró-Stiftung. Die 97 Zimmer sind von einem Innenarchitekten zusammen mit der Erbengemeinschaft des Malers individuell gestaltet worden. Auch auf eine profunde Ausbildung des Hotelpersonals legten die Nachfahren des Künstlers Wert – damit sie sich mit den kunstinteressierten Gästen über Miró und sein Werk austauschen können.

In Palmas Altstadt hält indes der Boom der Boutique-Hotels an: Rund 20 der kleinen, aber edlen Herbergen sind inzwischen bei der Stadt registriert. Sie sind in einst von Mallorcas Adel bewohnten Herrenhäusern zu finden, aber auch in einem umgebauten Bischofspalast oder im ehemaligen Antiquitätengeschäft – wie das Art Hotel nahe der Plaça Major, einer der jüngsten Neuzugänge. Etwa ein Dutzend weitere ­Boutique-Hotels befinden sich derzeit in Planung oder im Bau.

Ein gänzlicher anderer Trend – für den kleinen Geldbeutel statt für Luxus-Urlauber – hat im vergangenen Sommer in der Inselhauptstadt Einzug gehalten: Innerhalb weniger Monate haben das Pura Vida Hostel gleich neben der Kathe­drale, das Hostel Fleming im Norden der Innenstadt und das Urban Hostel im In-Viertel Santa Catalina eröffnet. Die preiswerten Unterkünfte mit Doppel- oder Mehrbettzimmern samt Stockbetten locken klassische Backpacker, egal ob aus Europa, Südamerika oder Asien, und Individualreisende, die eine Alternative zur anonymen Bettenburg suchen.

In Mallorcas Tourismusministerium zeigt man sich mit der neuen Entwicklung äußerst zufrieden. Jede neue Unterkunft jenseits von All-inclusive in Arenal sei willkommen, sagt Pilar Carbonell, die rechte Hand des Tourismusministers. „Die Leute geben hier Geld aus, oftmals sogar auf der ganzen Insel, die sie von Palma aus erkunden." Wobei die Dicke des Portemonnaies für Carbonell zweitrangig ist, Backpacker mit begrenztem Budget sind ihr genauso lieb wie die Gäste in den Fünf-Sterne-Hotels. „Wir müssen uns von der Idee verabschieden, dass Qualitätstourismus gleich Luxus-Tourismus ist."

Sowohl an der Playa de Palma als auch in den Küstenorten der Gemeinde Calvià liefen deshalb auch in diesem Winter die Renovierungsarbeiten auf Hochtouren weiter – alles mit dem Ziel, die Qualität des touristischen Angebots zu verbessern. Mallorcas Tourismusverband FEHM zufolge investieren die Hoteliers mehr als 400 Millionen Euro in etwa 150 Umbau- und Sanierungsprojekten. In vielen Fällen allerdings sind die Aufhübschungsarbeiten mit dem Aufstieg in eine höhere Sterne­kategorie verbunden – und damit zwangsweise auch mit einer Preissteigerung für die künftigen Gäste.

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