Nach Mord an Deutschem: Gestritten hatte das Ehepaar offenbar ständig

Beim dritten Todesfall infolge häuslicher Gewalt auf Mallorca seit Jahresbeginn steht die russische Ehefrau unter dringendem Tatverdacht

04.04.2016 | 10:21
In diesem Wohnhaus trug sich die schreckliche Tat zu.

L. Marina/X. Peris Mord in Cala Millor an der Ostküste von Mallorca: Eine 46-jährige Russin steht im Verdacht, ihren deutschen Ehemann erstochen zu haben. Zu dem mutmaßlichen Mord kam es Informationen der Guardia Civil am Freitagnachmittag (1.4.) im Wohnhaus des Ehepaares.

Nachdem bei der Polizei ein anonymer Anruf wegen eines gewaltsamen Streits eingegangen war, entdeckten die Beamten in einem Gebäude im Carrer Bella Vista die Leiche des 66-jährigen Deutschen. Sie wies mehrere Stichverletzungen auf, ein Arm war praktisch seziert worden - nach Informationen aus Ermittlerkreisen soll das Fleisch den Hunden verfüttert worden sein. Die Autopsie ergab, dass der Mann infolge der schweren Verletzungen verblutet war.

Hereingelassen hatte die Polizisten die mutmaßliche Täterin, die unter Schock stand und später wegen eines Nervenzusammenbruchs medizinisch versorgt werden musste. Ihre Kleidung war nach Informationen der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" mit Blut beschmiert. Die Frau hatte offenbar reichlich Alkohol getrunken und starke Medikamente, möglicherweise Antidepressiva, eingenommen. Sie wurde festgenommen und soll am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungen zum Tathintergrund und zum genauen Tathergang dauern an.

Anwohnern zufolge soll das Paar, das Medienberichten zufolge etwa seit zwei Jahren zusammen war und erst im Januar geheiratet hatte, eine schwierige Beziehung geführt und sich oft gestritten haben. Während einige Nachbarn behaupteten, die Frau sei von ihrem Partner misshandelt worden, gaben andere zu Protokoll, die Russin sei auch gegenüber dem Deutschen handgreiflich geworden, weshalb dieser sich hilfesuchend an die Nachbarn wandte, damit diese die Polizei verständigten.

Wie die Nachforschungen der Polizei ergaben, war aber keiner der Ehepartner in der Vergangenheit wegen häuslicher Gewalt aktenkundig geworden. Zunächst hatte es geheißen, die Frau hatte bereits mehrmals Anzeige erstattet und gegen den Mann wäre ein Kontaktverbot verhängt worden.

Fest steht indes, dass es sich um den dritten Todesfall infolge häuslicher Gewalt auf Mallorca seit Jahresbeginn handelt. Im März hat ein 22-Jähriger in Son Servera seine 19-jährige Freundin erwürgt. Bereits im Januar hatte eine 49-jährige Britin das selbe Schicksal ereilt. Sie wurde in Costa de la Calma von ihrem Ehemann ermordet. /sts

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