Namen von Mallorca-Hoteliers in den "Panama Papers"

Genannt werden laut der Zeitung "El Confidencial" die Familien Escarrer und Riu

06.04.2016 | 17:36

Im Skandal um die Enthüllungen in den "Panama Papers" über Zehntausende Briefkastenfirmen in Steueroasen sind jetzt auch die Namen von Hoteliers auf Mallorca in die Öffentlichkeit gekommen. Wie die Zeitung "El Confidencial" berichtet, hätten auch die Familie Escarrer, Hauptaktionär der Gruppe Sol Meliá, sowie die Familie Riu, Besitzerin des gleichnamigen Tourismuskonzerns, Gesellschaften und Bankkonten in Panamá betrieben.

Der balearische Arbeitsminister Iago Negueruela warnte in einer ersten Stellungnahme am Mittwoch (6.4.) vor vorschnellen Urteilen, zunächst müssten die Ermittlungen abgewartet werden. Gleichzeitig kritisierte er, dass sich der oft zur Schau gestellte Patriotismus in Spanien nicht auch in finanziellen Dingen widerspiegle.

Laut den Recherchen verwaltete die Familie Escarrer seit 1985 mittels der Kanzlei Mossack Fonseca mehrere Gesellschaften. Laut "El Confidencial" hatte die Familie von der 2012 von der spanischen Regierung angebotenen Steueramnestie Gebrauch gemacht und die "Finanz- und Vermögensverhältnisse in Ordnung gebracht". Die Familie Riu war laut der Zeitung zwischen 2004 und 2009 über einen Anwalt mit der Kanzlei in Kontakt. Auf diese Weise seien mindestens zwei Firmen verwaltet worden.

Beide Konzerne wiesen inzwischen alle Vorwürfe zurück. Man erfülle sämtliche Steuergesetze, die Angelegenheiten seien schon vor Jahren geregelt worden. Betroffen gewesen seien nur die privaten Vermögensverhältnisse des Präsidenten, hieß es bei Meliá. Man arbeite schon seit Jahren nicht mehr mit der Kanzlei zusammen, erklärte Riu.

Unklar ist nach wie vor, ob und inwiefern die bekanntgewordenen Geschäftstätigkeiten von Politikern, Reichen, Sportlern und Banken illegal sind. Darauf weisen auch die an der monatelangen Recherche beteiligten Medien ausdrücklich hin. Die in den "Panama Papers" beschuldigte Kanzlei Mossack Fonseca weist derweil alle Beschuldigungen zurück und geht strafrechtlich gegen die Verantwortlichen des Datenlecks vor. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, das Datenmaterial im Umfang von 2,6 Terabyte sei ihr von einer anonymen Quelle zugespielt worden.   /ff

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