Panama Papers: Die Mallorca-Kanzlei und das Steuerparadies

Die Steuersparmodelle in der rechtlichen Grauzone beschäftigten die Staatsanwaltschaft auf der Insel schon vor knapp zehn Jahren

15.04.2016 | 10:52
Die spanische Sängerin Ana Torroja (Archivfoto) hatte Firmen in Panamá gekauft.

Fragwürdige Finanzgeschäfte im Steuerparadies Panamá haben die Staatsanwalt auf Mallorca beschäftigt, lange bevor die Panama Papers bekannt geworden sind. So gibt es nicht nur Verbindungen zu den Tourismuskonzernen auf der Insel, auch die Kanzlei Feliu tätigte mehrere Jahre lang Geschäfte mit der im Zentrum des Skandals stehenden Kanzlei Mossack Fonseca.

Die Geschäfte der ehemals angesehenen Kanzlei in Palma waren bereits 2007 im Rahmen der Operation "Relámpago" ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten, in den vergangenen Jahren wurden mehrere Urteile wegen Steuerdelikten gefällt.

Die Kanzlei richtete zahlreiche Briefkastengesellschaften für ihre Kunden unter anderem in Panamá ein, wie einer der Verantwortlichen 2011 vor Gericht gestand. Die Gelder wurden neben einheimischen Kunden vor allem aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland überwiesen. Dabei kamen laut den Aussagen auch Strohleute zum Einsatz. Im Rahmen der Finanzoperationen wurden luxuriöse Villen und Landgüter auf Mallorca erworben.

Die im aktuellen Skandal der "Panama Papers" beschuldigte Kanzlei Mossack Fonseca weist derweil alle Beschuldigungen zurück und geht strafrechtlich gegen die Verantwortlichen des Datenlecks vor. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, das Datenmaterial im Umfang von 2,6 Terabyte sei ihr von einer anonymen Quelle zugespielt worden.  /ff

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