Anwohner: Verdächtiger war "kein Moschee-Gänger"

19.04.2016 | 18:55
Medienauflauf am Dienstagmorgen.

In der Straße Santa Florentina versammelten sich seit den frühen Morgenstunden Anwohner, Schaulustige und Journalisten, um die am Mittwochmittag andauernde Polizeioperation zu beobachten. Gegen sieben Uhr morgens habe er "klirrende Scheiben" gehört und wie die Polizei "die Tür aufgebrochen hat", erklärt ein Hausnachbar. Beim Blick durch den Türspion sei dieser verdeckt gewesen. Als er daraufhin die Tür habe öffnen wollen, hätte ihn die Polizei davon abgehalten.

Dem Nachbarn zufolge wohnten der Verdächtige zusammen mit seinen Eltern und zwei kleineren Schwestern in der Wohnung. Gesprochen hätten sie mit niemandem. Nur der Vater der Familie hätte den Kontakt zum Vorsitzenden der Nachbarschaftsvereinigung gehalten, erklärte der Nachbar gegenüber dem "Diario de Mallorca."

Eine weitere Nachbarin aus demselben Haus berichtet, wie die Familie, als diese "vor rund einem Jahr" in die Wohnung eingezogen sei, zunächst alle Fenster habe vergittern lassen. "Sie renovierten die Wohnung und brachten an allen Fenstern Gitter an", erklärt die Frau, die unmittelbar über dem Verdächtigen wohnt. "Ich habe nichts gesehen. Ich kannte sie kaum. Sie wirkten wie normale Leute. Zwei- oder dreimal waren sie bei mir, um sich zu beschweren, weil ich zu laut war", berichtet dieselbe Nachbarin. Auch den jungen Mann, der nun verhaftet wurde, habe sie nur zwei- oder dreimal abends gesehen.

Der Verdächtige sei kein Moschee-Gänger gewesen, berichten marokkanische Anwohner aus Son Gotleu. In dem Viertel gibt es zwei Moscheen, der nun Festgenommene habe keine der beiden besucht, erklärten mehrere Nachbarn. Der Vorsitzende der Moschee At-Tauhid, El Arbi Haddouti, erklärte gegenüber dem "Diario de Mallorca", dass er in den vergangenen Monaten keinerlei Zeichen von Radikalismus in seiner Gemeinde bemerkt hätte.

Die Familie - so berichten Landsleute aus Son Gotleu - sei vor etwa einem Jahr aus dem Stadtviertel Es Rafal nach Son Gotleu gezogen. Der Vater hätte einfache Gelegenheitsarbeiten angenommen und zum Beispiel Altmetall eingesammelt. "Die Eltern sind einfache und gute Leute", berichtet ein Nachbar. Der 26-jährige Sohn hätte kaum Kontakt zur Nachbarschaft gehabt. /tg

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