Mohamed H.: Schiedsrichter, Koch, Einzelgänger

Der 26-jährige Marokkaner, der am Dienstag (19.4.) festgenommen wurde, soll über das Internet Terroristen angeworben haben

21.04.2016 | 08:44
Mohamed H.: Schiedsrichter, Koch, Einzelgänger

Einen Tag nach der Festnahme des mutmaßlichen IS-Unterstützers auf Mallorca am Dienstag (19.4.) sind weitere Details über den Verdächtigen bekannt geworden. Der 26-jährige Mohamed H. arbeitete zuletzt als Koch in einem Hotel in der Gemeinde Calvià im Südwesten von Mallorca und hatte acht Jahre lang als Schiedsrichter im Basketball gearbeitet. "Wir sind sehr überrascht", so Toni Sales, Präsident der Vereinigung der Schiedsrichter, gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca".

Mohamed H. sei im Alter von 18 Jahren zum Basketball gestoßen und habe schließlich auch wichtigere Spiele gepfiffen. Ende vergangenen Jahres habe er sich dann aber zurückgezogen. "Er sagte uns, dass er nach Marokko gehen und heiraten werde", so Sales. Weder habe Mohamed einen sehr religiösen Eindruck gemacht, noch habe er sich zum sogenannten Islamischen Staat geäußert. Allerdings habe er gegenüber Kollegen Sprengstoff-Videos kommentiert.

In seiner Freizeit hielt sich Mohamed mit Sport fit - offenbar als Vorbereitung für seine geplante Reise nach Syrien - und nahm nach Berichten der mallorquinischen Lokalpresse an Airsoft-Spielen teil, einem taktischen Geländespiel. Auch Militärkleidung habe er sich gekauft. 

Der Festgenommene lebte seit rund einem Jahr mit seinen Eltern und zwei Schwestern in Palmas Viertel Son Gotleu, zuvor hatte er in Es Rafal gelebt. Die Nachbarn beschreiben Mohamed als zurückhaltend. "Die Familie renovierte die Wohnung und brachte an allen Fenstern Gitter an", erzählt eine Frau, die unmittelbar über dem Verdächtigen wohnt. "Ich habe nichts gesehen. Ich kannte sie kaum. Sie wirkten wie normale Leute."

Der Verdächtige sei kein Moschee-Gänger gewesen, berichten marokkanische Anwohner aus Son Gotleu. In dem Viertel gibt es zwei Moscheen, der nun Festgenommene habe keine der beiden besucht, erklärten mehrere Nachbarn. Der Vorsitzende der Moschee At-Tauhid, El Arbi Haddouti, erklärte gegenüber dem "Diario de Mallorca", dass er in den vergangenen Monaten keinerlei Zeichen von Radikalismus in seiner Gemeinde bemerkt hätte.  /ff

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