Festnahmen: Polizei beobachtet Tricks der Nelkenfrauen

Nach einer Zeit der Ruhe wurde jetzt wieder ein Näherungsverbot für die Betrügerinnen ausgesprochen

13.05.2016 | 15:41
Nelkenfrauen machen unter dem Vorwand, Blumen zu verkaufen, Jagd auf das Bargeld von Touristen.

Die Nationalpolizei auf Mallorca hat im Rahmen einer Aktion gegen Bandenkriminalität drei Frauen festgenommen, die mit dem Nelkentrick Urlauber bestohlen haben sollen. Der Zugriff fand am 5. Mai statt, wie es in einer Pressemitteilung vom Freitag (13.5.) heißt. 

Gegen die Trickbetrügerinnen gehen Polizei und Justiz seit einigen Jahren verstärkt vor. Im vergangenen Jahr wurde ein Clan wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung zu Haftstrafen verurteilt. Die 14 Angeklagten hatten zugegeben, im Laufe der Jahre 2011 und 2012 im Zentrum von Palma Jagd auf Urlauber gemacht zu haben, um stets mithilfe der gleichen Masche an ihre Beute zu gelangen: Eine lenkte die Opfer ab, indem sie eine Nelke oder ein Rosmarinsträußchen anbot, während Komplizinnen dem Opfer das Portemonnaie entwendeten oder die Handtasche plünderten.

Auch ein Näherungsverbot wurde zeitweise gegen die Frauen verhängt, das ihnen untersagte, sich rund um Kathedrale, Parc de la Mar, Borne-Boulevard, Plaza Mayor, Avenida Jaime III sowie in den Fußgängerzonen Sant Miquel und Sindicat aufzuhalten. 

In Folge dieses Vorgehens habe einige Jahre Ruhe in der Innenstadt geherrscht, heißt es jetzt in der Pressemitteilung. Da die Nelkenfrauen aber inzwischen wieder aktiv geworden seien, habe man erneut Ermittlungen eingeleitet und die Verdächtigen über einen längeren Zeitraum observiert. Dabei habe man festgestellt, dass die Frauen die Gebiete systematisch unter sich aufteilten, um möglichst viele Opfer zu finden und sich nicht des Vorwurfs eines bandenmäßigen Vorgehens auszusetzen. Spezialisiert hätten sich die Nelkenfrauen auf Kreuzfahrttouristen, da diesen oft keine Zeit bleibe, Anzeige zu erstatten. Um eine solche zu verhindern, werde in der Regel auch nur Bargeld gestohlen, das anschließend an intimen Stellen des Körpers versteckt werde. 

Die jetzt Festgenommenen im Alter von 34, 32 und 46 Jahren wurden nach Aussprache eines erneuten Näherungsverbots wieder auf freien Fuß gesetzt.   /ff

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