Schweigeminute und Protestmarsch nach Mord in Pollença

Demo gegen Gewalt gegen Frauen: Montagabend um 20 Uhr in Port de Pollença - Expartner gesteht: "Nehmt mich fest. Ich habe sie getötet, ich bin der Mörder!"

30.05.2016 | 12:13

Der Bürgermeister von Pollença, Miquel Àngel March, hat den Mord an der 47-jährigen Frau am Sonntagmorgen (29.5.) in Port de Pollença scharf verurteilt. Vor dem traditionellen Corpus-Christi-Umzug hielt der Ort im Norden von Mallorca eine Schweigeminute ab. Die Einwohner von Pollença und dem Rest der Insel sind dazu aufgerufen, am Montagabend (30.5.) um 20 Uhr auf der Plaça Miquel Capllonch an einem Protestmarsch gegen häusliche Gewalt teilzunehmen.

Inzwischen wurden weitere Details zu der Bluttat bekannt, die sich gegen 10.30 Uhr im Carrer Verge del Carme im Küstenortsteil zutrug. "Es war wie ein Horrorfilm", berichtet Joana, eine der Anwohnerinnen, gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca". Sie könne die schrecklichen Szenen nicht vergessen: Wie die Frau auf dem Balkon um Hilfe schrie. Wie der Mann sie vor den Augen der Leute auf der Straße erst schlug und dann mit dem Messer auf sie einstach. Wie er anschließend blutüberströmt auf die Straße lief und gestand: "Ich bin der Täter. Ich habe sie getötet." Den nahenden Polizisten streckte er später die Arme entgegen, damit sie ihm die Handschellen anlegten.

Eine weitere Anwohnerin, eine Hebamme mit dem Namen Montse, berichtet, wie sie der 47-jährigen Rumänin helfen wollte. "Ich hatte Angst, weil der Mann noch im Haus war, aber als er auf die Straße kam, bin ich schnell hochgelaufen." Zusammen mit einem jungen Mann aus einer nahe gelegenen Fahrradwerkstatt und einem Arzt aus dem Gesundheitszentrum versuchten sie, die bewusstlose Frau zu versorgen. "Sie hatte vier Einstiche und blutete stark aus dem Rücken. Wir konnten ihr nicht mehr helfen."

Bei dem 58-jährigen geständigen Täter handelt es sich um den ebenfalls aus Rumänien stammenden 58-jährigen ehemaligen Lebensgefährten der Frau. Die 47-Jährige hatte sich offenbar vor kurzem von dem Mann getrennt und war in die Wohnung gekommen, um ihre persönlichen Dinge abzuholen.
 
Es handelt sich bereits um die dritte Frau, die in diesem Jahr auf den Balearen Opfer häuslicher Gewalt wurde – nach der 19-jährigen Spanierin Victoria S. am 11. März in Son Servera und der 49-jährigen Britin Lisa J. am 23. Januar.  /tg

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