Touristensteuer auf Mallorca: zehn Fragen, zehn Antworten

Öko-Abgabe für Urlauber auf der Insel. Das ist der Stand der Dinge

14.07.2016 | 17:23
Gezahlt wird in der Regel nach der Ankunft im Hotel.
Gezahlt wird in der Regel nach der Ankunft im Hotel.

Tarife: So viel wird es kosten

  • Fünf-Sterne- und Vier-Sterne-Superior-Hotels: 2 Euro (Nebensaison 1 Euro)
  • Vier-Sterne- und Drei-Sterne-Superior-Hotels: 1,50 Euro (Nebensaison 0,75 Euro)
  • Ein- bis Drei-Sterne-Hotels: 1 Euro (Nebensaison 0,50 Euro)
  • Ferienapartments (vier Schlüssel): 2 Euro (Nebensaison 1 Euro)
  • Ferienapartments (drei Schlüssel Superior): 1,50 Euro (Nebensaison: 0,75 Euro)
  • Ferienapartments (ein bis drei Schlüssel): 1 Euro (Nebensaison: 0,50 Euro)
  • An Urlauber vermietete Privatwohnungen und Fincas: 1 Euro (Nebensaison: 0,50 Euro)
  • Landhotels: 1 Euro (Nebensaison: 0,50 Euro)
  • Hostals, Pensionen und Campingplätze: 0,50 Euro (Nebensaison: 0,25 Euro)
  • Herbergen: 0,50 Euro (Nebensaison: 0,25 Euro)
  • Kreuzfahrtschiffe: 1 Euro (Nebensaison: 0,50 Euro)
  • jeweils zzgl. 10 Prozent Mehrwertsteuer (IVA)

Ab dem 1. Juli 2016 gilt auf Mallorca und den anderen Baleareninseln die neue Touristensteuer. Diese müssen alle – oder zumindest fast alle – Urlauber pro Übernachtung entrichten. Mit den Einnahmen werden Umweltprojekte finanziert. Die wichtigsten Infos im Überblick:

Wie hoch ist die Gebühr?
Gestaffelt nach Art der Unterkunft zwischen 50 Cent (Herbergen) und 2 Euro (Luxushotels) pro Übernachtung. Diese Preise gelten für die ersten neun Übernachtungen in der Hauptsaison. In der Nebensaison (November bis einschließlich April) halbiert sich die Gebühr. Außerdem wird ab der zehnten Übernachtung ein Rabatt von 50 Prozent gewährt.  Auf diese offiziell mitgeteilten Preise muss noch eine Mehrwertsteuer von zehn Prozent aufgeschlagen werden.

Müssen alle zahlen?
Kinder unter 17 Jahren, Reisende über staatliche Seniorenprogramme (Imserso) und Angehörige, die Krankenbesuche abstatten, sind von der Gebühr befreit.

Nur auf Mallorca?
Nein, auch auf den anderen Baleareninseln Menorca, Ibiza und Formentera.

Was ist mit den Kreuzfahrtschiffen?
Passagiere von Kreuzfahrtschiffen zahlen 1 Euro (Nebensaison 0,50 Euro).

Und die Ferienvermietung?
Theoretisch müssen alle Urlauber die Abgabe zahlen, auch wenn sie private Ferienwohnungen mieten. Allerdings sind viele dieser Ferienwohnungen offiziell nicht als solche angemeldet - im Fall der an Urlauber vermieteten Apartments ist dies auch gar nicht möglich. Bekannte Portale wie Airbnb haben angeboten, die Abgabe direkt einzuziehen, wenn die Branche neu reguliert wird. Vorerst dürfte die Gebühr in allen nicht angemeldeten Ferienwohnungen - im Gegensatz zu registrierten Fincas und Reihenhäusern - vorerst nicht eingezogen werden.

Wo zahlt man die Abgabe?
Nach dem aktuellen Stand der Dinge zahlen die Urlauber bei Ankunft im Hotel an der Hotelrezeption. Nach den Plänen der Regierung soll das auch so bleiben. Die Reiseveranstalter weisen beim Buchen auf die Gebühr hin, bezahlt wird die aber erst im Hotel auf Mallorca. 

Was passiert mit dem Geld?
Die Einnahmen fließen in den Umwelt- und Landschaftsschutz. Auch im weiteren Sinne, also zum Beispiel in die Forschung zur Bekämpfung des Klimawandels. Abgelehnt wurde hingegen die Idee, auch soziale Belange zu finanzieren, etwa den Bau von Altenheimen. 

Wo erhalte ich weitere Informationen?
Das balearische Tourismusministerium betreibt eine Website auf Spanisch, Katalanisch, Deutsch und Englisch, die über die „Steuer für nachhaltigen Tourismus" informiert (www.illessostenibles.travel). Überhaupt wirbt die Landesregierung mit großer Transparenz bei der Sache. Mehrsprachige Info-Flyer mit dem Slogan „Dein Urlaub. Deine Inseln. Dein Beitrag" sollen ebenso dazu beitragen. 

Was sagen die Hoteliers dazu?
Der mächtige Hoteliersverband FEHM hat sich von Anfang an vehement gegen das Projekt ausgesprochen. Von einzelnen Hoteliers gab es aber auch verhaltene Zustimmung. Die Unternehmer zweifeln auch an einer von der Landesregierung veröffentlichten Studie, nach der die Umweltabgabe Jobs auf den Insel schaffen solle.

Gab es so etwas nicht schon mal?
Ja 2001 unter dem sogenannten Fortschrittspakt. Vor 15 Jahren hieß sie "ecotasa" (Spanisch) oder "ecotaxa" (Katalanisch), was auf Deutsch als "Ökosteuer" übersetzt wurde. Allerdings machten die Hoteliers enormen Druck. Nach dem Regierungswechsel im Jahr 2003 schafften die Konservativen die "ecotasa" gleich wieder ab. Die Volkspartei (PP) stimmte auch dieses Mal gegen das Projekt. Was also nach einem erneuten Regierungswechsel passieren wird, ist ungewiss.  /tg

Umfrage: Wie ist die Einführung der Touristensteuer gelaufen?

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