Kate Mentink: "Traurig und besorgt"

Die Kaufkraft der Briten auf Mallorca ist in zwölf Stunden um zehn Prozent gesunken. Die wirklichen Probleme beginnen erst in zwei Jahren

24.06.2016 | 12:27
Mentink leitete jahrelang das Europa-Büro der Balearenregierung.

"Ich bin traurig, dass sich die Briten so entschieden haben und besorgt, was für Folgen das für die Briten auf Mallorca haben wird", sagt Kate Mentink, Gründerin und langjährige Vorsitzende der Ciudadanos Europeos am Freitagmorgen (24.6.) im Gespräch mit der MZ. Mentink lebt seit 30 Jahren auf der Insel, stand verschiedenen Residentenvereinigungen auf Mallorca vor und leitete jahrelang das Europa-Büro der balearischen Landesregierung.

Manche Auswirkungen der Entscheidungen spüren die Expats auf Mallorca schon am ersten Tag nach dem Referendum. Über Nacht sei der Wert des Britischen Pfunds über zehn Prozent gesunken. "Die britischen Rentner auf Mallorca bekommen ihre Rente in Pfund. Dafür können sie jetzt zehn Prozent weniger kaufen", erklärt Mentink. Dasselbe gelte natürlich auch für alle britischen Urlauber, die ab sofort die Insel besuchen. Bei den Ausgaben im Urlaub wird sich das bemerkbar machen.

Aber in den kommenden Jahren werden noch viel größere Probleme auf die Briten auf Mallorca zukommen. Ihren Status als EU-Bürger werden sie erst in zwei Jahre verlieren. "Millionen von Reisepässen müssen ausgetauscht werden, bislang hatten wir einen europäischen Pass, das wird sich jetzt ändern", erklärt Mentink. Dasselbe gelte für Führerscheine und Gesundheitskarten.

Britische Residenten und Urlauber können wie die Deutschen und andere EU-Ausländer auf Mallorca das balearische Gesundheitssystem IB-Salut kostenlos nutzen. Das werde sich ändern. "Solche Dinge müssen nun in bilateralen Verhandlungen geklärt werden", kommentiert Mentink.

Für britische Geschäftsleute sei die Entscheidung eine Schreckensnachricht. Das Thema werfe für viele Unternehmer auf der Insel "Unsicherheit und Instabilität" auf. "Diese Leute leben seit Jahren auf der Insel, ihre Kinder gehen hier zur Schule, aber ihre Kunden und ihre Angestellten sind überwiegend Briten. Sie wissen nicht, wie sich die Entscheidung nun auf ihre Zukunft auswirkt", erläutert die ehemalige Vorsitzende der Ciudadanos Europeos. "Ich habe die ganze Nacht am Telefon verbracht und über das Thema geredet, geschlafen habe ich kaum." /tg

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