Ladensterben: Zwei weitere Traditionsgeschäfte geben auf

Die Antigua Casa Bet und die Casa Tarongí versorgten Kunden seit vielen Jahrzehnten mit Kurz- und Haushaltswaren

26.06.2016 | 13:11

Das Ladensterben auf Mallorca geht weiter: Erneut haben zwei Traditionsgeschäfte in der Altstadt von Palma ihre Schließung angekündigt. Neben der Kurzwarenhandlung Antigua Casa Bet in der Carrer Bossería nahe der Plaza Mayor wird auch der Haushaltswarenladen Casa Tarongí an der Plaza de España demnächst ihre Pforten schließen. Das teilte Inhaber Miquel Tarongí mit. Am kommenden Donnerstag (30.6.) schließt außerdem, wie bereits berichtet, der Schreibwarenladen Casa Roca in der Carrer Hostals nach über 160 Jahren Bestehen.

Die Antigua Casa Bet wurde bereits 1839 eröffnet und bot bis zuletzt alle Arten von Kurzwaren an. Knöpfe, Kniestrümpfe, Fächer - es gab kaum etwas, was es nicht gab. Doch Geschäft war damit kaum mehr zu machen. Dazu kamen die hohen Mieten in der Altstadt von Palma. Für die Inaberin Pilar Cortés, die bereits 2009 ein Buch zum Ladensterben in der Altstadt schrieb, lohnte sich der Aufwand nicht mehr. "Man kann nicht ewig von der Romantik leben", sagte sie und kündigte bereits vor gut einem Jahr die Schließung an. Endgültig Schluss ist in der Antigua Casa Bet am 15. Juli. Bis dahin gibt es Rabatte zwischen 30 und 50 Prozent auf alle Artikel.

Prozente auf alle Waren gibt auch Miquel Tarongí in seiner Casa Tarongí, die seit 1919 existiert und von Großvater Cayetano Tarongí gegründet wurde. Er reparierte zunächst Töpfe, Kessel und andere Metallgegenstände, bis er eine Art Kühlschrank erfand und damit seinen Durchbruch feierte. Das Kühlgerät hatte großen Erfolg, weil es unter anderem ein Wasserdepot hatte. Peu a peu verkaufte Tarongí mehr Produkte, und Miquel Tarongí bedauert, dass er das Erbe seines Großvaters nicht weitergeben kann.

Doch er ist bereits 65 Jahre alt und kein Nachfolger ist in Sicht. Obwohl sich in letzter Zeit so manche Produkte richtig gut verkauften. "So etwa die traditionellen italienischen Kaffeemaschinen. Die Leute sind müde geworden von dem elektronischen Kram", sagt der Geschäftsinhaber. Auch Pfannen und andere Küchengeräte seien sehr begehrt. Es kämen durchaus renommierte Köche der Insel in seinem Laden vorbei und deckten sich hier ein.

Doch damit ist nach dem Sommer Schluss, obwohl der Inhaber ein wenig Angst vor dem Ruhestand hat. "Ich arbeite, seit ich 14 bin. Mal schauen, wie mir die Pensionierung bekommt." Tarongí kritisiert, wie viele andere Geschäftsinhaber, die Stadtverwaltung, die "nie etwas für den traditionellen Einzelhandel getan" habe. /jk

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