Konkurs von Lowcost-Travel: Streit am Empfangstresen

Hotels wollen von Urlaubern Geld kassieren, das diese bereits beim Buchen bezahlt hatten

20.07.2016 | 09:12
Das lächelnde Logo der Firma wirkt nach dem Konkurs zynisch.
Das lächelnde Logo der Firma wirkt nach dem Konkurs zynisch.

Nach dem Konkurs des britischen Reiseveranstalters Low Cost Travel mit Sitz auf Mallorca hat das balearische Tourismusministerium bis Dienstag (20.7.) über 500 Reklamationen erhalten. Über die am Montag eingerichtete Kontakt-Email-Adresse (info.lchspain@caib.es) forderten Hunderte von Kunden Rückerstattung ihres Urlaubsgeldes.

Das Unternehmen mit Sitz in Palmas Gewerbegebiet Parcbit hatte am 15. Juli offiziell Konkurs angemeldet und als Grund auch die schwierige Finanzlage nach dem Brexit und dem gesunkenen Pfund-Kursangegeben. In den Hotels auf Mallorca spielen sich seitdem dramatische Szenen ab. Vor allem britische Touristen, die sich zur Zeit auf der Insel befinden, werden von den Hotels zur Kasse gebeten, obwohl die Urlauber ihre Ferien bereits bei der Buchung über Low Cost Travel bezahlt hatten.

Das Tourismusministerium auf den Balearen geht von Tausenden von Fällen aus. Etwa 120.000 Kunden seien betroffen. Jeder sechste von ihnen hatte eine Pauschalreise nach Mallorca oder eine der Nachbarinseln gebucht. Die Tourismusbehörde ist nun dafür zuständig, über die Entschädigungen der Urlauber zu entscheiden.

Dafür stehen rund 1,2 Millionen Euro zur Verfügung, die das Unternehmen als Sicherheit bei den Behörden hinterlegt hatte. Das Geld steht ausschließlich den Kunden, nicht aber den Hoteliers oder den Angestellten des Unternehmens zu. Bei 120.000 Kunden und einem Durchschnittspreis von 600 Euro pro Pauschalreise wären aber mindestens 70 Millionen Euro notwendig, um alle Urlauber angemessen zu entschädigen.  /tg

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