"Zimmer frei im Ministerium für Tourismus"

Mit einer Performance hat der Umweltschutzverband Gob am Freitag (12.8.) gegen die Willkommenskampagne für Urlauber protestiert

12.08.2016 | 19:00
Umweltaktivisten vor dem Tourismusministerium
Umweltaktivisten vor dem Tourismusministerium

Der Umweltschutzverband Gob auf Mallorca hat symbolisch das balearische Tourismusministerium zur Vermietung angeboten. Mit einer Performance vor dem Sitz des Ministeriums in Palma am Freitag (12.8.) protestierten die Aktivisten gegen den "touristischen Ausverkauf" der Insel und gegen die am Mittwoch (10.8.) gestartete Willkommenskampagne für nachhaltigen Tourismus, mit der den immer skeptischeren Einheimischen der Tourismus schmackhaft gemacht werden soll.

"Keine Unterkunft mehr gefunden?", heißt es ironisch auf einem Plakat. "Hier haben wir ein Last-Minute-Angebot: das Tourismusministerium, ein einmaliges Erlebnis!"

Der Gob kritisiert die Willkommens-Initiative, von der man im übrigen aus der Presse erfahren habe, als Anbiederung an Unternehmer sowie Gewerkschaften und "wirklichkeitsfremd". Die jetzige Entwicklung des Massentourismus habe mit Nachhaltigkeit nichts zu tun. Es sei offensichtlich, dass die Infrastruktur - also Verkehrsnetz, Klär- oder Entsalzungsanlagen - am Limit sei.

Statt "leerer Worte" über den angestrebten Qualitätstourismus seien eine Senkung der Zahl der Touristen und eine Diversifizierung der Wirtschaft nötig. Gob-Sprecherin Margalida Ramis wirft Tourismusminister Biel Barceló zudem vor, bislang nichts bei der angekündigten Regulierung der Ferienvermietung erreicht zu haben. Auch die Zahl der Mietwagen auf den Insel-Straßen sei eine große Belastung - wobei die meisten Anbieter ihre Steuern im Ausland zahlten.

Tourismusminister Barceló hatte von einem notwendigen Gleichgewicht gesprochen, damit alle vom Tourismus profitierten. "Wir alle wissen, dass wir eine gewisse Kapazität haben", so der Minister in Anspielung auf die derzeitige Rekordsaison. Mit einer Reform des Tourismusrahmengesetzes werde man das Ziel anstreben, "nicht mehr, sondern besseren Tourismus" zu haben.   /ff

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