Jetzt klauen uns die Deutschen auch noch den Strand!

Aufregung um Online-Verkäufe von Inselsand. Behörden in Palma und Madrid eingeschaltet

01.09.2016 | 13:54
Mallorca-Sand wird auf Ebay vertickt.
Mallorca-Sand wird auf Ebay vertickt.

Das Verhältnis der Mallorquiner zu den Deutschen ist ambivalent. Einerseits werden die "alemanes" als gute und durchaus anständige Gäste geschätzt. Andererseits gibt es da stets die Angst, die Massen von Touristen und Residenten könnten nach und nach jeden Winkel ihrer Insel in Beschlag nehmen. Und für diese Sorge gibt es jetzt einen neuen Anlass: Die Deutschen klauen den Mallorquinern den Strand und verticken ihn im Internet.

Hintergrund sind – bislang vereinzelte – Anbieter, die "Mallorca-Sand" auf dem Onlineportal Ebay zum Verkauf anpreisen. Inselfans können auf diese Weise zum Beispiel 65 Gramm Sand aus dem Torrent de Pareis ersteigern. Das Mindestgebot liegt bei 3,90 Euro. Wer direkt 5,90 Euro auf den Desktop legt, erhält den sofortigen Zuschlag. Das Mindestgebot für feinen roten Sand aus Port de Canonge liegt bei 1 Euro.

Mallorquinische Umwelt- und Heimatschützer entdeckten den Handel im Internet und wandten sich unmittelbar an die balearische Umweltschutzbehörde. Denn – das weiß eigentlich jedes Kind – die Mitnahme von Strandsand oder -steinen ist gesetzlich verboten. Für ein Naturschutzgebiet wie dem Torrent de Pareis in Sa Calobra (Gemeinde Escorca) gilt dieses Verbot natürlich doppelt so streng. Die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" schreibt besorgt: "Es mag bedeutungslos erscheinen, aber die Praxis könnte zu einer echten Bedrohung der mallorquinischen Landschaft werden, sollte das Angebot zur Mode werden."

Der Bürgermeister von Escorca, Antoni Solivellas, ist empört und weist darauf hin, dass sogar Schilder auf das Verbot der Mitnahme von Steinen aus dem Naturschutzgebiet hinweisen: "Hier will sich jemand mit etwas bereichern, das als öffentliches Gut der gesamten Menschheit gehört", wettert Solivellas. "Wir haben eine Beschwerde erhalten und die Umweltbehörde zum Einschreiten aufgefordert."

Die zuständige balearische Direktorin für Biodiversität und Schutzgebiete, Caterina Amengual, weist auf die Zuständigkeit in Madrid hin: "Die Mitnahme von Sand, von wo auch immer, fällt in die Zuständigkeit der spanischen Küstenbehörde. Wir werden das Ministerium entsprechend informieren", erklärte Amengual.

Aber für den Fall, dass die Behörde im fernen Madrid den Fall nicht mit der gehörigen Dringlichkeit behandele, würde auch die Landesregierung in Palma aktiv. Das Umweltministerium habe sich mit den Betreibern von Ebay in Verbindung gesetzt, damit diese die Verkäufer darum bittet, die sandigen Geschäfte zu unterlassen: "Wenn sie dies nicht tun und dabei eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat begehen, wird das Umweltministerium entsprechende legale Schritte einleiten", heißt es in einer Mitteilung. /tg

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