Berlin bestätigt den Tod der deutschen Familie auf Mallorca

Schwerster Unfall seit 19 Jahren. Die aus dem oberbayerischen Freising stammende vierköpfige Familie war erst seit wenigen Tagen auf der Insel

02.09.2016 | 10:45
Der Lieferwagen, der mit dem VW Polo zusammenprallte.
Der Lieferwagen, der mit dem VW Polo zusammenprallte.

Nach dem tragischen Autounfall am Montagnachmittag (29.8.) auf Mallorca hat das Auswärtige Amt in Berlin am Dienstag offiziell den Tod der vierköpfigen deutschen Familie bestätigt. Ein Sprecher des Amtes erklärte gegenüber der MZ: "Wir müssen leider bestätigen, dass auf Mallorca vier Deutsche ums Leben gekommen sind. Das Konsulat in Palma steht hierzu in engstem Kontakt mit den zuständigen Stellen vor Ort."

Augenzeugenberichten zufolge bog der 43-jährige Fahrer gegen 14.45 Uhr mit einem gemieteten VW-Polo von der Landstraße zwischen Alcúdia und Artà in Höhe des Küstenorts Son Serra de Marina links auf den Parkplatz des bekannten Restaurants Rancho Grande ab und übersah dabei einen entgegenkommenden Renault-Trafic-Lieferwagen, der das Auto seitwärts rammte.

Alle Insassen starben am Unfallort noch vor dem  Eintreffen der Rettungswagen. Die Frau (42 Jahre) wurde bei dem Aufprall aus dem Wagen geschleudert. Eine der beiden Töchter war noch kurze Zeit am Leben. Doch die Rettungsversuche der Ersthelfer konnten ihren Tod nicht verhindern. Der Fahrer des Lieferwagens erlitt nur leichte Verletzungen und stand unter Schock.

Laut Informationen der Münchner "tz" stammte die Urlauberfamilie aus dem oberbayerischen Freising und war erst seit wenigen Tagen auf der Insel. Der Vater (Elektromechaniker) und die Mutter (Heilpädagogin) waren beide ehrenamtlich in einem Verein zur Förderung der Psychomotorik bei Kindern engagiert. Ein Großteil der Angehörigen wohnt ebenfalls im Raum Freising.

Schwerster Unfall seit 19 Jahren
 
Bei dem Unglück handelt es sich um den schwersten Verkehrsunfall auf Mallorca seit 19 Jahren. Am
2. März 1997 starben vier Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren bei einem Autounfall auf Palmas Ringautobahn Vía de Cintura. Gegen 1.30 Uhr morgens waren sie auf dem Rückweg von einer durchfeierten Nacht. Von der Inca-Autobahn auf die Vía de Cintura auffahrend verlor der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug. Das Auto überschlug sich. Alle vier Insassen starben.

Nur wenige Monate zuvor, am 6. Oktober 1996, starben bei einem tragischen Unfall ebenfalls vier Menschen, als auf der nassen Fahrbahn der Landstraße zwischen Campos und Santanyí zwei Busse in einer Kurve frontal aufeinanderprallten. Die beiden Fahrer (30 und 43 Jahre) sowie zwei Passagiere (69 und 80 Jahre) kamen dabei ums Leben.

In jener Zeit gab es auf den Straßen Mallorcas noch wesentlich mehr Unfälle. 1996 starben balearenweit 148 Menschen bei Verkehrsunfällen. 1997 waren es 124 Todesopfer. Insbesondere nach der Einführung des Punkteführerscheins im Jahr 2006 sank die Zahl der Unfallopfer. Im Jahr 2013 kamen 43 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben.

Das Jahr 2016 wird allerdings ein Rückschlag in der sich insgesamt positiv entwickelnden Unfallstatistik darstellen. Allein in den ersten acht Monaten kamen bereits 45 Menschen bei Autounfällen ums Leben. /tg

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