Trockenheit auf Mallorca: So reagieren die Gemeinden

Sóller verzichtet auf Strandduschen, Manacor repariert die Leitungen, Esporles dreht den Hahn ab. Olivenbauern befürchten Ernteeinbußen von 80 Prozent

09.09.2016 | 12:53
Arbeiter in Manacor bei der Suche nach undichten Stellen.

Mangelnde Regenfälle, marode Wasserleitungen und gleichzeitige Rekordsaison lassen das Wasser auf Mallorca immer knapper werden. Immer mehr Inselgemeinden reagieren mit Sparmaßnahmen, um die verbleibenden Vorräte so gut wie möglich zu schützen.

Die Stadt Manacor arbeitet auf Hochtouren, um möglichst viele Lecks des seit Jahrzehnten maroden Leitungsnetzes zu beheben. Das Versorgungsunternehmen SAM schätzt, dass bislang rund 40 Prozent des Trinkwassers im Boden versickern. Durch die Reparaturmaßnahmen will die Stadt diesen Wert innerhalb dieses Jahres um mindestens 10 Prozentpunkte drosseln. "Im August konnten wir etwa 20 undichte Stellen flicken", erklärte SAM-Chef Francesc Grimalt. Im September wolle man die Arbeiten fortsetzen.

Das Rathaus Sóller kündigte an, ab Montag (5.9.) den Strandduschen das Wasser abzudrehen. Beim Betrieb der öffentlichen Brunnen werde der Wasserdruck gedrosselt. Die Straßenreinigung mit Hochdruckreinigern werde bis auf weiteres ganz ausgesetzt. Damit reagierte die Stadt auf einen Bericht des Wasserversorgers Aqualia, der die Situation als "besorgniserregend" einstuft. Mit den Sparmaßnahmen wolle man auch ein Zeichen setzen, um die Bürger zum vernünftigen Umgang mit dem Leitungswasser anzuregen.

Hintergrund: Trockenheit auf Mallorca

In Esporles wird die Trinkwasserversorgung der Häuser über Nacht regelmäßig stundenweise unterbrochen. Auf diese Weise will der Ort die Depots wieder auffüllen. "Das Abstellen des Wassers hat dabei geholfen, die Speicher wieder etwas aufzufüllen, aber leider müssen wir die Maßnahmen beibehalten, bis die ersten Regenfälle kommen", heißt es in einer Erklärung des Rathauses.

Die Landwirtschaft der Insel ist von der Dürre in besonderem Maße betroffen. Die Olivenbauern-Kooperative Sant Bartomeu in Sóller schätzt, dass die Ernte in diesem Jahr 80 Prozent unter der des Vorjahres liegen werde. "Wir suchen Bauern, die ausreichend Oliven liefern können, um die traditionelle 'oliva trencada' zu produzieren, aber die Aussichten sind schlecht", erklärte der Vorsitzende der Kooperative Miquel Gual.  /tg

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