Zimmermädchen erhalten Tourismuspreis 2016

Der Auszeichnung ehrt die "anonyme Professionalität" und kritisiert ausbeuterische Arbeitsbedingungen

08.09.2016 | 18:18
Die Organisation "Las Kellys" beim Verlesen ihres Gründungsmanifests auf Mallorca.
Die Organisation "Las Kellys" beim Verlesen ihres Gründungsmanifests auf Mallorca.

Die Zimmermädchen der Hotels auf den Balearen gehören als Kollektiv zu den Preisträgerinnen der von der Landesregierung vergebenen Tourismuspreise 2016. "Ihnen und ihrer anonymen Professionalität ist es zu verdanken, dass unsere Besucher den besten Eindruck vermittelt bekommen, womit sie eindeutig zur Qualität unseres touristischen Angebots beitragen", heißt es in der am Donnerstag (8.9.) veröffentlichten Begründung.

Die Zimmermädchen seien von "größter Bedeutung" für die Tourismusindustrie und seien gleichzeitig Opfer der prekären Arbeitsverhältnisse der Wirtschaftskrise und der Arbeitsmarktreformen der vergangenen Jahre geworden. Im Namen aller Zimmermädchen werde der Preis dem Interessenverband "Las Kellys" überreicht, in dem sich das Reinigungspersonal der Hotels organisiert, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen.

Der Tourismuspreis wird jährlich von der balearischen Tourismusbehörde vergeben und ehrt diejenigen "die auf ein von Kenntnis, gesellschaftlicher Verantwortung, Nachhaltigkeit und Qualität geprägtes Tourismuskonzept" setzen. Bis zum 23. August waren 60 Vorschläge eingegangen. Die aus Repräsentanten verschiedener Behörden und Branchenverbände besetzte Jury wählte daraus einstimmig neun Personen, Unternehmen oder Institutionen aus. Neben dem Preis an "Las Kellys" gingen weitere Auszeichnungen an Ernesto Farjanés, Mitbegründer der Tourismusschule auf Ibiza, und die non-profit-Organisation Handisport, die behindertengerechte Sport- und Spielveranstaltungen organisiert.

Bereits im Mai hatte das Balearenparlament einen Entschließungsantrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Zimmermädchen verabschiedet. Die Regierung wurde damit beauftragt, zunächst einen Bericht zur Arbeitsbelastung zu erstellen. Dieser soll später in einen Gesetzentwurf münden, um Ausbeutung und krankmachende Arbeitsbedingungen zu verhindern. /tg

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