Tödliche Attacke in Gomila: Es war fahrlässige Tötung

Die Geschworenen haben am Freitag (16.9.) im Prozess um das Drama zu Weihnachten 2015 ihr Urteil gefällt

20.09.2016 | 10:12
Der Verurteilte (re.) vor Gericht.
Der Verurteilte (re.) vor Gericht.

Im Prozess um eine tödliche Attacke mit einer zerbrochenen Glasflasche in Palmas Viertel Gomila zu Weihnachten vergangenen Jahres haben die Geschworenen ihr Urteil gefällt: Der 37-jährige Angeklagte hat sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht. Der Kolumbianer habe bei der nächtlichen Prügelei die Absicht gehabt, das 26-jährige Opfer anzugreifen, aber nicht zu töten, heißt es in der Entscheidung vom Freitag (16.9.).

Zu dem Handgemenge war es nach einem Discobesuch in der Nacht auf den 25. Dezember gekommen, als offenbar in Folge von Alkohol und Eifersucht ein Streit eskalierte und zwei Gruppen aufeinander losgingen. Wie ein Handy-Video zeigt, hatte auch das Opfer eine Glasflasche in der Hand. Bevor es dem jungen Mann jedoch gelang, diese am Boden zu zerschlagen, kam es zum tödlichen Angriff. Ein Schlag mit der zerbrochenen Glasfasche gegen den Hals des Opfers reichte aus, um diesem die Halsschlagader zu durchtrennen. Rettungssanitäter konnten den jungen Mann zunächst wiederbeleben, er hatte jedoch zu viel Blut verloren.

Der Täter stellte sich am 28. Dezember der Polizei, legte ein Geständnis ab und wurde in Untersuchungshaft eingewiesen. Zuvor allerdings hatte die Polizei zeitweise einen anderen Verdächtigen festgenommen. Der Irrtum klärte sich erst, als sich weitere Zeugen bei den Ermittlern meldeten und das Augenzeugen-Video im Internet veröffentlicht wurde.

Nach dem Schuldspruch der Geschworenen muss nun der Richter das Strafmaß festlegen. Die Staatsanwaltschaft fordert zehn Monate Haft, die Nebenklage anderthalb Jahre, die Verteidigung neun Monate. Die Schmerzensgeldforderungen belaufen sich auf eine Summe zwischen 50.000 und 150.000 Euro. Der Angeklagte hat bereits 12.000 Euro hinterlegt. /ff

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