Die Zukunft von Air Berlin hängt in der Luft

Was bislang noch Gerüchte sind, kann diese Woche konkret werden. Die angeschlagene Fluglinie wird wohl auf die Hälfte reduziert und die andere Hälte unter Tuifly und Eurowings aufgeteilt

10.10.2016 | 14:53
Düstere Aussichten bei Air Berlin.

Noch in dieser Woche sollen konkrete Entscheidungen über die Zukunft von Air Berlin getroffen werden. Und die Entscheidungen fallen wohl nicht in Berlin, sondern in Abu Dhabi – Firmensitz des Air Berlin Großaktionärs Etihad Airways, – in Frankfurt – bei der Aufsichtsratssitzung der Lufthansa – und bei den Managern der Tui in Hannover und London.

Nach einer Pressemitteilung der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX berichten mehrere deutsche Zeitungen über verschiedene Deals dieser Konzerne. Die Zukunft der kriselnden zweitgrößten deutschen Fluglinie Air Berlin könnte demnach wie folgt aussehen.

Das Unternehmen könnte demnach stark reduziert werden. Bis zu 1.000 Mitarbeiter müssten mit ihrer Entlassung rechnen. Die Flotte würde wohl auf 70 Maschinen eingedampft, also etwa halbiert. Ein Teil der Flugzeuge ginge im sogenannten "Wet Lease" an die Lufthansa, die die Flüge dann in ihre Tochtergesellschaft Eurowings integrieren würde.

Zusätzlich sollen weitere Flüge an eine neue, mit der Tui-Gruppe gemeinsam gegründete Gesellschaft gehen. Diese Gesellschaft würde dann vor allem auf dem Feriensegment operieren und die Flüge und Einnahmen unter den Gesellschaftern aufteilen.

Das für den Hauptaktionär in Abu Dhabi wichtige Kerngeschäft von Air Berlin – insbesondere der Flugbetrieb der beiden Hubs in Düsseldorf und Berlin – bliebe den Spekulationen zufolge weiter bei Air Berlin.

Die Entscheidungen über die Zukunft der Fluglinie müssten sehr bald fallen, um sie noch für den Winterflugplan – ab 31. Oktober – umzusetzen. Der Eurowings-Deal wird wohl Tagesordnungspunkt auf der Aufsichtsratssitzung der Lufthansa am Mittwoch (28.9.) sein. Bei der Tui wird gegen Ende der Woche ebenfalls mit einer Entscheidung gerechnet.

Im oben genannten "Wet Lease"-Verfahren werden die Flüge samt Maschinen, Personal und Slots an die jeweils andere Fluglinie vermietet. Wer also bereits Flüge bei Air Berlin gebucht hat oder noch diese Tage kauft, kann Fachleuten zufolge davon ausgehen, dass die Reisen auch stattfinden werden – unabhängig davon, welche Uniformen das Bordpersonal dann trägt.  /tg

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